Ukraine-Wiederaufbau kostet 411 Mrd. Dollar

Präsident Selenskyj am Mittwoch auf Frontvisite in Bachmut.
Kiew Der Wiederaufbau der ukrainischen Wirtschaft kostet nach neuen Schätzungen der Weltbank voraussichtlich 411 Milliarden Dollar. Das ist das 2,6-Fache des für 2022 erwarteten Bruttoinlandsprodukts der Ukraine, wie aus einer Studie von Weltbank, Vereinten Nationen, EU-Kommission und der Ukraine selbst hervorgeht. Die Kosten sind gegenüber der Schätzung vom September in Höhe von 349 Milliarden Euro erheblich angestiegen.
Die Schätzung deckt den Zeitraum von einem Jahr seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 ab. Beziffert würden die Schäden an Infrastruktur und Gebäuden, die Auswirkungen auf das Leben und den Lebensunterhalt der Menschen und die Kosten für einen besseren Wiederaufbau, teilt die Weltbank mit. 22 Prozent des Bedarfs entfallen auf den Verkehr, gefolgt von Wohnen (17 Prozent), Energie (elf Prozent) und Landwirtschaft (sieben Prozent).
Der Krieg geht jedoch weiter, ein Ende ist noch nicht abzusehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am Mittwoch in die Nähe der schwer umkämpften Stadt Bachmut im Osten des Landes gereist und hat dort Soldaten geehrt. „Ich habe heute im Umkreis viel Zerstörung gesehen. Aber das Wichtigste ist der Sieg“, sagte der 45-Jährige. Danach werde alles wieder aufgebaut, versprach er.
Am Mittwoch sind bei russischen Angriffen mindestens 14 Zivilisten getötet worden. Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat die Flugabwehr indes mehrere Drohnen von ukrainischer Seite abgeschossen. Zuvor hatte die Ukraine bereits von Toten in den Gebieten Kiew und Donezk berichtet.