Martin Ohneberg lehnte Ersuchen von Sebastian Kurz “befremdet” ab

Politik / 19.10.2022 • 11:54 Uhr
Der Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg, Martin Ohneberg. <span class="copyright">APA</span>
Der Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg, Martin Ohneberg. APA

Der Chef der Industriellenvereinigung soll sich laut Thomas Schmid auf keine Deals eingelassen haben.

Wien Thomas Schmid hat auf 454 Seiten ausgepackt: Über Ex-Minister, amtierende Minister, Nationalratsabgeordnete, Medienmacher und Unternehmer. Besonders Ex-Kanzler Sebastian Kurz, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Ex-Finanzminister Hans Jörg Schelling (alle ÖVP) werden vom Ex-Öbag-Chef schwer belastet. Anders sieht es bei dem Chef der Vorarlberger Industriellenvereinigung, Martin Ohneberg (ÖVP) aus.

Laut Schmid hat sich Ohneberg auf keine Deals und Abmachungen eingelassen, wie das Vernehmungsprotokoll zeigt. Kurz und der ehemalige ÖVP-Bundesgeschäftsführer sowie -Generalsekretär Axel Melchior hätten Schmid nämlich gebeten, dass er Ohneberg ersuchen solle, eine Unternehmerplattform zu errichten und aus Geldern der Industriellenvereinigung (IV) zu finanzieren. Ziel sollte sein, die angeblich schwierige Situation von Unternehmern in Österreich der Öffentlichkeit darzulegen.

So liest sich das im Vernehmungsprotokoll: “Hintergrund war der, dass zu diesem Zeitpunkt Kurz die wirtschaftliche Lage in Österreich schlecht darstellen wollte in der öffentlichen Wahrnehmung, um die Notwendigkeit eines Wechsels und eines Neubeginns darzustellen. Martin Ohneberg war befremdet und lehnte das Angebot bzw das Ersuchen ab.” 

Martin Ohneberg lehnte Ersuchen von Sebastian Kurz "befremdet" ab