Ein FPÖ-Altgrande nimmt den Hut

Politik / 11.10.2022 • 12:57 Uhr
Reinhard Bösch wechselt in den Ruhestand. <span class="copyright">VN/STEURER</span>
Reinhard Bösch wechselt in den Ruhestand. VN/STEURER

Reinhard Bösch verabschiedet sich Ende Oktober in den politischen Ruhestand. Sein Nachfolger im Nationalrat steht schon fest.

Schwarzach Bei den Vorarlberger Freiheitlichen geht eine Ära zu Ende. Der einstige Vorarlberger Parteichef Reinhard Bösch wird sein Nationalratsmandat mit 31. Oktober zurücklegen. „Das kann ich definitiv bestätigen“, hält er auf VN-Anfrage fest.

Christof Bitschi übernahm 2018 den Vorsitz der Vorarlberger FPÖ von Bösch. <span class="copyright">VN/RAUCH</span>
Christof Bitschi übernahm 2018 den Vorsitz der Vorarlberger FPÖ von Bösch. VN/RAUCH

Sein Nachfolger wird der Feldkircher Stadtrat Thomas Spalt. „So hat er ausreichend Zeit, sich auf Bundesebene einzuarbeiten“, sagt Bösch.

Er blicke auf seine Jahre im politischen Geschäft sehr glücklich und zufrieden zurück. „Es ist für mich ein interessantes zusätzliches Berufsfeld neben meiner Tätigkeit als Historiker in der Landesbibliothek und der Funktion als Milizoffizier gewesen“, erklärt der 65-Jährige. Die Funktion als Milizoffizier werde er behalten: „Ich werde weiterhin als Brigadier Teil des Expertenstabs des Generalstabschefs in Wien bleiben.“ Bis 2026 behält Bösch auch seine Position als Vorsitzender in der parlamentarischen Bundesheerkommission, wie er berichtet.

Der Feldkircher Stadtrat Thomas Spalt (r.) wechselt in den Nationalrat (mit ihm auf dem Bild Daniel Allgäuer (l.) und Andrea Kerbleder). <span class="copyright">VN/WALSER</span>
Der Feldkircher Stadtrat Thomas Spalt (r.) wechselt in den Nationalrat (mit ihm auf dem Bild Daniel Allgäuer (l.) und Andrea Kerbleder). VN/WALSER

Er mache Raum für den Feldkircher Stadtrat Spalt, ein weiteres Mal wäre der einstige Vorarlberger FPÖ-Chef nicht mehr in einen Nationalratswahlkampf gezogen. Auf die Frage, welchen Ratschlag er seinem Nachfolger mitgeben könne, antwortet Bösch: „Für mich ist ganz wertvoll, dass ein Politiker verlässlich ist, dass er ein enormes Durchhaltevermögen entwickelt und auch eine Kameradschaft in Bezug auf den Zusammenhalt der eigenen Gruppe – gepaart mit der Leidenschaft für unsere Sache. Wer das berücksichtigt, hat einen guten Weg vor sich.“

Bösch war von 1994 bis 1999 Mitglied des Bundesrates, von 1999 bis 2008 als Abgeordneter im Nationalrat und ist dort seit 2013 wieder als Mandatar vertreten. <span class="copyright">Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen</span>
Bösch war von 1994 bis 1999 Mitglied des Bundesrates, von 1999 bis 2008 als Abgeordneter im Nationalrat und ist dort seit 2013 wieder als Mandatar vertreten. Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen

Die FPÖ selbst sieht er wieder auf einem ausgezeichneten Weg. Das Ergebnis von Walter Rosenkranz bei der Hofburg-Wahl sei sehr gut gewesen. Parteichef Herbert Kickl sei es gelungen die Freiheitlichen auf Bundesebene wieder in Richtung 25 Prozent zu stabilisieren. Die Freiheitlichen selbst hätten sich erheblich verändert, „im Vergleich zu damals, als ich vor etwa 40 Jahren ganz unten in der Partei begonnen habe, aktiv zu werden“. Auf die Turbulenzen – von Knittelfeld bis Ibiza – blicke er versöhnlich zurück.

„Ich bin sehr dankbar für das interessante und fruchtbare Berufsleben, das hinter mir liegt.“ Nun beginne die Zeit des Ruhestands. „Ich bin im Jänner 65 Jahre alt geworden. Jetzt kann ich mich mehr auf meine Frau, meine Kinder und Enkelkinder konzentrieren, natürlich auch auf meine Hobbies: reiten, jagen, fischen.“