In welchen Gemeinden die meisten Flüchtlinge untergebracht sind

Zahl der Asylwerber und Kriegsvertriebenen in Vorarlberg steigt. Quartierssuche schwierig.
Schwarzach 80 von 96 Vorarlberger Gemeinden beherbergen derzeit Asylsuchende oder Kriegsvertriebene aus der Ukraine. Das listet Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) in einer aktuellen Statistik auf. In einer Anfragebeantwortung an die SPÖ erklärt er außerdem, dass sich die Lage nicht entspanne. „Es ist aktuell nicht möglich, geeignete größere Objekte für die erforderliche Unterbringung von Asylwerbenden zu beschaffen“. In Vorarlberg seien nur vereinzelt Plätze frei. „Alle zur Verfügung gestellten Quartiere werden genutzt.“

Über 3000 in Quartieren
Mit Stand 3. Oktober leben insgesamt 2809 Flüchtlinge in der Vorarlberger Grundversorgung, 1684 davon sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine, 1125 zählen zur Gruppe der Asylwerbenden. Die meisten sind in Dornbirn (307), Feldkirch (297), Bregenz (201), Gaschurn (144) und Nenzing (141) untergebracht.
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Zu den 2809 Flüchtlingen kommen weitere 300 Kriegsvertriebene aus der Ukraine, die zwar in organisierten Quartiren leben, aber keine Grundversorgung mehr brauchen, da sie bereits erwerbstätig sind, erklärt Gantner. Anders als Asylwerber erhalten Ukrainerinnen und Ukrainer einen Sonderstatus, der es ihnen auch erlaubt, zu arbeiten.
Dynamische Entwicklung
Der Landesrat spricht von einer dynamischeren Entwicklung als im „Flüchtlingsjahr 2015“. Von Jänner bis inklusive August dieses Jahres zählte das Innenministerium 56.149 Asylanträge, 2015 waren es im gleichen Zeitraum 45.857. Die Aufnahmen stiegen heuer über die Monate kontinuierlich an, was sich auch in Vorarlberg bemerkbar macht. Vor einem halben Jahr war die Zahl der Flüchtlinge um ein Drittel niedriger als heute. Damals lebten nach Angaben des Landesrats rund 1000 Asylwerber und 1000 ukrainische Kriegsvertriebene im Land. Vor einem Jahr waren es circa 900 Asylwerbende. Der Krieg in der Ukraine begann Ende Februar 2022.

Organisierte Unterkünfte
Der Großteil der Flüchtlinge lebt in Quartieren, die vom Land organisiert sind. „So kann sichergestellt werden, dass die Personen auch durch erfahrene Betreuungsorganisationen begleitet werden.“ Derzeit übernehmen die Caritas und die Betreuungsagentur ORS diese Aufgabe. In Privatquartieren, die nur in vereinzelten Fällen bezogen würden, sei eine solche Begleitung nicht möglich.
Gantner geht davon aus, dass Vorarlberg weiterhin das einzige Bundesland bleiben wird, das ohne Bundesbetreuungseinrichtung auskommt. „Aktuell sind keine Bestrebungen des Innenministeriums bekannt, in Vorarlberg aktiv auf Quartierssuche zu gehen.“ Das Land selbst bemühe sich hingegen seit Mitte 2021 weitere Wohnmöglichkeiten zu finden, „die den Vertriebenen und anerkannten Flüchtlingen längerfristig zur Verfügung gestellt werden können“, erläutert der Landesrat. „Der Ukraine-Krieg mit Tausenden Vertriebenen hat dabei eine große Anzahl von Quartieren in Anspruch genommen.“ Die Suche nach weiteren Plätzen gestaltet sich sehr schwierig, „insbesondere, weil die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung für alle unterzubringenden Grundversorgten stark zurückgegangen ist“. Gleichzeitig sei der Wohnungsmarkt angespannt, sodass geeignete Quartiere kaum mehr aufzutreiben seien.
Das Land Vorarlberg erfüllt die vom Bund vorgegebene Quote zur Flüchtlingsunterbringung laut Gantner daher aktuell zu knapp 70 Prozent.
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Unterkunftseigentümer mit entsprechenden Quartieren können sich beim Land unter grundversorgung@vorarlberg.at melden.