Impfung gegen Affenpocken kommt

Politik / 15.07.2022 • 18:00 Uhr
Impfung gegen Affenpocken kommt
Canva, Reuters

Keine allgemeine Empfehlung für das Vakzin. Fallzahl binnen zwei Wochen verdoppelt.

Schwarzach Die Zahl der bestätigten Fälle von Affenpocken steigt. Waren es vor 14 Tagen 37, zählte die staatliche Gesundheitsagentur AGES vergangene Woche 62 bestätigte Fälle und meldete gestern, Freitag, 83.

In Vorarlberg sind bislang drei Infektionen bekannt. „Diese sind ohne Komplikationen verlaufen“, berichtet die Landessanitätsdirektion auf VN-Anfrage. Auch österreichweit gestaltet sich der Krankheitsverlauf in der Regel mild, wie es seitens des Gesundheitsministeriums heißt. Todesfälle sind im Zusammenhang mit Affenpocken keine aufgetreten.

Auch in Vorarlberg wurden Fälle von Affenpocken gezählt. <span class="copyright">REUTERS</span>
Auch in Vorarlberg wurden Fälle von Affenpocken gezählt. REUTERS

Keine Impfempfehlung für alle

Hinsichtlich der Impfstoffbeschaffung befinde man sich auf einem guten gemeinsamen europäischen Weg. Erste Impfdosen würden kommende Wochen nach Österreich geliefert, heißt es im Gesundheitsressort. Das Nationale Impfgremium empfiehlt die Impfung nur für bestimmte Risikogruppen, zunächst für Mitarbeiter in Laboren und für Menschen, die direkt mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Eine Impfung der allgemeinen Bevölkerung ist aufgrund der Epidemiologie, des Infektionsgeschehens und der geringen Infektionswahrscheinlichkeit weder empfohlen noch geplant.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von APA Livecenter angezeigt.

Häufige Symptome bei Affenpocken sind Fieber, Schüttelfrost, Erschöpfung, Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Hinzu kommen Hautveränderungen in Form eines Ausschlags oder Bläschen. Die Krankheit wird über direkten Kontakt mit den Hautveränderungen, Körperflüssigkeit oder Schleimhäuten von infizierten Personen übertragen, aber zum Beispiel auch über Bettwäsche und Handtücher, die eine infizierte Person benutzt hat. „Weiters ist eine Ansteckung durch den Kontakt mit einem mit Affenpocken infizierten Tier oder durch den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Fleisch infizierter Tiere möglich“, erläutert die Landessanitätsdirektion. Betroffene sollten Verdacht schöpfen, wenn sie nach Rückkehr aus einem Gebiet, wo Affenpocken auftreten, Fieber bekommen oder Hautveränderungen bemerken. Gleiches gilt bei ähnlichen Symptomen, die einige Tage nach Sexualkontakt auftreten. Kondome alleine schützen nicht vor einer Infektion. Es reicht ein enger Hautkontakt zur Übertragung.

Meldepflicht und Quarantäne

Die Landessanitätsdirektion appelliert bei Verdacht auf Affenpocken, Kontakte zu meiden. „Wenden Sie sich nach telefonischer Vorankündigung zur Abklärung an den Hautarzt oder einen Dermatologen.“ Sollte sich die Infektion bestätigen, ordnet die Gesundheitsbehörde eine Absonderung bis zur vollständigen Abheilung der Hautveränderungen an. In der Regel dauert das rund drei Wochen.

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren. <span class="copyright">DPA</span>
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren. DPA