Affenpocken: Fälle binnen zwei Wochen verdoppelt

Politik / 15.07.2022 • 14:59 Uhr
Wer sich infiziert, muss für rund drei Wochen in Quarantäne. <span class="copyright">REUTERS</span>
Wer sich infiziert, muss für rund drei Wochen in Quarantäne. REUTERS

Betroffene auch in Vorarlberg. Keine allgemeine Impfung geplant.

Schwarzach Die Zahl der bestätigten Fälle von Affenpocken steigt. Waren es vor 14 Tagen 37, zählte die staatliche Gesundheitsagentur AGES vergangene Woche 62 bestätigte Fälle und meldete gestern, Freitag, 83.

In Vorarlberg sind bislang drei Infektionen bekannt. „Diese sind ohne Komplikationen verlaufen“, berichtet die Landessanitätsdirektion auf VN-Anfrage.

Das Gesundheitsministerium steht weiterhin in engem Austausch mit den internationalen Behörden, wie es dort heißt. Hinsichtlich der Impfstoffbeschaffung befinde man sich auf einem guten gemeinsamen europäischen Weg. Erste Impfdosen könnten in den kommenden Wochen nach Österreich kommen. „Keineswegs wird es aber eine allgemeine Impfung der Bevölkerung geben“, erläutert ein Ministeriumssprecher. Das sei aus medizinischer Sicht nicht notwendig, ist auch die Landessanitätsdirektion überzeugt. Für wen und wann die Impfung zum Einsatz kommen wird, ist derzeit Gegenstand von Beratungen des Nationalen Impfgremiums.

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Häufige Symptome bei Affenpocken sind Fieber, Schüttelfrost, Erschöpfung, Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Hinzu kommen Hautveränderungen in Form eines Ausschlags oder Bläschen. Die Krankheit wird über direkten Kontakt mit den Hautveränderungen, Körperflüssigkeit oder Schleimhäuten von infizierten Personen übertragen, aber zum Beispiel auch über Bettwäsche und Handtücher, die eine infizierte Person benutzt hat. „Weiters ist eine Ansteckung durch den Kontakt mit einem mit Affenpocken infizierten Tier oder durch den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Fleisch infizierter Tiere möglich“, erläutert die Landessanitätsdirektion. Betroffene sollten Verdacht schöpfen, wenn sie nach Rückkehr aus einem Gebiet, wo Affenpocken auftreten, Fieber bekommen oder Hautveränderungen bemerken. Gleiches gilt bei ähnlichen Symptomen, die einige Tage nach Sexualkontakt auftreten. Kondome alleine schützen nicht vor einer Infektion. Nach Angaben des Gesundheitsressorts reicht ein enger Hautkontakt zur Übertragung.

Meldepflicht und Quarantäne

Die Landessanitätsdirektion appelliert bei Verdacht auf Affenpocken, Kontakte zu vermeiden. „Wenden Sie sich nach telefonischer Vorankündigung zur Abklärung an Hautarzt oder Dermatologen.“ Sollte sich die Infektion bestätigen, ordnet die zuständige Gesundheitsbehörde eine Absonderung bis zur vollständigen Abheilung aller Hautveränderungen (Bläschen, Ausschlag …) an. In der Regel dauert das rund drei Wochen.

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren. <span class="copyright">DPA</span>
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren. DPA