Wirtschaftsbundkarussell dreht sich: Das sind die Topfavoriten

Auf die Inseraten-Affäre folgten Rücktritte der Vereinsspitze. Am Montag berät der Vorstand über deren Nachfolge.
Schwarzach Vorarlberg ist Schauplatz einer eigenen ÖVP-Inseratenaffäre geworden. Verantwortlich ist der Wirtschaftsbund, dessen Obmann Hans Peter Metzler und Direktor Jürgen Kessler in Folge zurückgetreten sind. Am Montag berät sich der Vorstand der schwarzen Vorfeldorganisation über deren Nachfolge.
So schnell, wie es sich ÖVP-Chef Markus Wallner wünscht, wird es aber nicht gehen. Denn vorerst wird nur ein geschäftsführender Obmann gewählt und mit der Aufgabe betraut, eine ordentliche Hauptversammlung des Wirtschaftsbundes zu organisieren. Erst dort soll es zur Bestellung der neuen Spitze kommen. Bis es so weit ist, kann es aber noch Monate dauern. Fest steht bislang, dass der Nachfolger von Hans Peter Metzler aus dem Kreis des Wirtschaftsbundvorstands stammen soll. Die besten Karten dafür haben Markus Comploj (Getzner Holding), Karlheinz Rüdisser (einst Wirtschaftslandesrat für die ÖVP) und Marco Tittler (Wirtschaftslandesrat). Letzterer wurde nachträglich in den Vorstand kooptiert.
Markus Comploj

Als Spartenobmann in der Wirtschaftskammer im Bereich Industrie wäre der Unternehmer prädestiniert für den Job als Wirtschaftsbundobmann. Für den gelernten Maschinenbauer spricht nicht nur seine Karriere von den Brandner Bergbahnen bis zur Getzner Holding. Er genießt auch den Ruf eines Unternehmers mit Teamgeist. Immer wieder wurde der Obmannstellvertreter für höhere Funktionen gehandelt. Bislang hat er allerdings stets abgewunken.
Karlheinz Rüdisser

Der Altlandesrat ist mittlerweile gut in der Pension angekommen. Für den Posten des interimistischen Obmanns hat er bislang aber die besten Karten. Rüdisser gilt in der ÖVP generell und im Wirtschaftsbund im Besonderen als ausgleichende Kraft mit gutem Ansehen. Er könnte die krisengeschüttelte Vorfeldorganisation wieder in ruhigere Fahrwasser führen, bevor ein anderer übernimmt. Dies scheint aktuell das wahrscheinlichste Szenario.
Marco Tittler

Der Nachfolger von Karlheinz Rüdisser als Wirtschaftslandesrat könnte ein weiteres Mal zu seinem Nachfolger werden. Im Hintergrund wird bereits spekuliert, ob er für den Posten des neuen Wirtschaftsbundobmanns kandidiert. Mehrere Medien berichteten darüber. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) erklärte auf Nachfrage, sich an derartigen Spekulationen nicht zu beteiligen. Aus dem Büro von Marco Tittler hieß es, man wolle den Vorstand am Montag zuerst tagen lassen. Der Landesrat selbst sei nicht bei dem Treffen dabei, weil er wie auch Wirtschaftskammervizepräsident Stefan Hagen nicht in den Vorstand gewählt, sondern nachträglich kooptiert wurde. Kommende Woche kämen nur alle Obmannstellvertreter zusammen.
Weitere Stellvertreter

Obmannstellvertreter ist unter anderem Wirtschaftskammergeneralsekretär und der ÖVP-Nationalratsabgeordneter Karlheinz Kopf. “Ich werde es nicht machen”, teilte er in einem kurzen Statement den Vorarlberger Nachrichten mit.

Auch Christine Schwarz-Fuchs wird keine Ambitionen haben, den Posten zu übernehmen, zumal die Unternehmerin vorerst als Bundesratspräsidentin ordentlich mit Arbeit eingedeckt ist. Jürgen Rauch (CEO Rauch Fruchtsäfte) zeigte schon in der Vergangenheit keine Ambitionen, an die Spitze von Kammer, Wirtschaftsbund oder gar Industriellenvereinigung zu treten. Auch Stefan Hagen gilt als Nachfolger von Hans Peter Metzler als unrealistisch.