Pamela Rendi-Wagner will Kanzlerin werden

Umfragen sehen sozialdemokratische Chance auf Platz eins.
Wien SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner will ihre Partei in die nächsten Wahlen führen und die erste sozialdemokratische Bundeskanzlerin Österreichs werden. Das hat sie in einer Grundsatzrede – wohl auch in Richtung innerparteilicher Kritiker – klargestellt. Den Koalitionen der vergangenen Jahre stellte sie ein schlechtes Zeugnis aus, die SPÖ solle das Land nun in eine bessere Zukunft führen. „Dazu braucht es euch. Dazu braucht es mich“, so Rendi-Wagner: „Wir sind bereit.“
In demonstrativer Einigkeit hatten Rendi-Wagner und alle noch lebenden SP-Altkanzler gemeinsam den Saal betreten. In ihrer betont staatstragend gehaltenen Rede hob sie die Leistungen der Sozialdemokratie in der Vergangenheit hervor – von Bruno Kreisky bis zu den noch lebenden sozialdemokratischen Altkanzlern. „Hier sitzt ein Vierteljahrhundert österreichischer Kanzlerschaft versammelt. Und es waren die besseren Jahrzehnte für unser Land.“ Die „falsche Politik“ ÖVP-geführter Regierungen habe in den vergangenen Jahren so manche Errungenschaft zerstört, den Abstand zwischen Arm und Reich erhöht, betonte sie in der rund einstündigen Ansprache.
Rot und Schwarz im Zweikampf
Schwierig zu beurteilen ist aktuell, wie die SPÖ insgesamt dasteht. Denn zwei Umfragen innerhalb von zwei Tagen bieten unterschiedliche Ergebnisse. Bei einer „Unique Research“-Umfrage für „Heute“ kam die SPÖ auf 29 Prozent und hatte einen satten Vorsprung auf die ÖVP mit 22 Prozent. Nun publiziert der „Kurier“ eine aktuelle OGM-Umfrage, in der beide Parteien bei 26 Prozent stehen. Dahinter folgt die FPÖ einmal mit 19, einmal mit 18 Prozent.