Corona-Tests: Gratis-Angebot wird stark zurückgefahren!

Politik / 15.03.2022 • 10:31 Uhr
Corona-Tests: Gratis-Angebot wird stark zurückgefahren!
APA, Reuters

Regierung stellt die neue Teststrategie vor.

Schwarzach Wie geht es mit der österreichischen Corona-Teststrategie weiter?

Wie die VN bereits vorab aus Regierungskreisen erfahren haben, gibt es ab ersten April nur noch je fünf Gratis-Antigen und -PCR-Tests pro Monat. Das bestätigte der neue Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Dienstagvormittag bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Zudem werde es mehr Tests für all jene Menschen geben, die Symptome haben oder sich in besonders vulnerablen Settings befinden, wie etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeheimen oder Altenheimen.

„Testen ist ein wichtiges Werkzeug in der Pandemie“, betonte Rauch. Daher hielte er eine komplette Abschaffung der Gratis-Tests unter den derzeitigen Bedingungen für „überhaupt nicht vertretbar“.

Dennoch gehe es um die Verhältnismäßigkeit. „Wir haben bislang mehr als drei Milliarden Euro für das Testen in der Pandemie aufgewendet. Daher kamen Diskussionen auf, ob es das noch braucht“, so Rauch. Die Regierung war sich hier zuletzt nicht einig. Geht es nach Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) sollen die Gratis-Coronatests „nicht mehr für alle zu jeder Zeit“ verfügbar sein, ließ er in der Pressestunde am Sonntag wissen. Schließlich seien die Kosten der Tests „gewaltig“, auch im Verhältnis zur Beschaffung der Impfstoffe.

Rauch stellte noch weitere Punkte vor: Das Abwassermonitoring wird erweitert, dafür werden die Absonderungsregelungen gelockert. Statt einer zehntägigen Quarantäne gibt es Kontaktbeschränkungen. „Die sofortige zehntätige Quarantäne ist eine große Belastung“, sagte Rauch. Unausreichend geimpfte positiv getestete Personen dürfen künftig mit Maske arbeiten und ins Freie gehen, aber nicht zu Veranstaltungen oder in die Gastronomie – da dort die Maske abgenommen werden müsste. Über die Schultests wird scheinbar weiterverhandelt. Zuletzt war nur noch von einem Test pro Woche die Rede.

Den Ruf nach Verschärfungen wie der Rückkehr der Maskenpflicht erteilt Rauch eine Absage. Es gebe zwar einen Höchststand an Infektionen, „das beobachten wir sehr genau“, sagt der Gesundheitsminister. Er wisse auch, dass die kommenden Tage durchaus noch eine Belastung werden, insbesondere für die Mitarbeiter in den Gesundheitsberufen. Er werde dennoch keine Verschärfungen einführen. Denn die Wirkung würde erst eintreten, wenn der Höhepunkt der Welle voraussichtlich schon vorbei ist. Eine Überlastung der Belegung von Betten sei derzeit laut Experten nicht zu erwarten, sagt Rauch und betont: „Ich kann nicht nach Lust und Laune herumagieren, sondern es muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben“.