Das sagen Lehrer, Schüler und Eltern zum Ende der Maskenpflicht

Politik / 14.02.2022 • 17:00 Uhr
Das sagen Lehrer, Schüler und Eltern zum Ende der Maskenpflicht
Bald können die Schülerinnen und Schüler auf die Masken verzichten – zumindest an ihrem Platz. APA

Schüler müssen am Sitzplatz bald nicht mehr Mund und Nase bedecken.

SCHWARZACH Nach den Semesterferien ist die Maske nicht mehr ständige Begleiterin im Unterricht. Ab 21. Februar können Schülerinnen und Schüler am Sitzplatz darauf verzichten. Auch Schulveranstaltungen wie Skikurse finden wieder statt, erklärte Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) am Montag. Ziel sei nicht nur, die Schulen offenzuhalten, sondern „sobald es möglich ist“ wieder zur Normalität im Schulalltag zurückzukehren. Lehrer- und Elternvertreter bezeichnen das Ende der Maskenpflicht am Sitzplatz als sinnvoll. Das Urteil der Schülerinnen und Schüler fällt durchwachsen aus.

Lehrer ausgenommen

In Vorarlberg sind gerade Semesterferien. Seit Montag können aber bereits Volksschülerinnen und –schüler in anderen Bundesländern auf die Maske am Sitzplatz verzichten. Im Turnunterricht gehört sie seit der Vorwoche der Vergangenheit an. Lehrerinnen und Lehrer müssen weiterhin Maske tragen. Ebenso finden die Schultests wie gehabt statt: Alle Schülerinnen und Schüler sind dazu verpflichtet, sich drei Mal pro Woche zu testen, mindestens zwei Mal mit einem PCR-Test. 

Außerdem ist an den Schulen die Präsenzpflicht ausgesetzt. Das bedeutet, dass Eltern ihre Kinder auch ohne ärztliches Attest entschuldigen können. Bei einem einzigen Corona-Fall in der Klasse geht der Unterricht weiter. Die anderen Schülerinnen und Schüler müssen sich aber fünf Tage lang täglich testen. Kommt es zu einem oder mehreren positiven Ergebnissen, wird auf Fernunterricht umgestellt.

„Wir müssen mit Augenmaß vorgehen“, sagte Bildungsminister Polaschek auf Ö1. Sollte sich die epidemiologische Lage weiter entspannen, ließen sich zusätzliche Lockerungen vornehmen. Michael Tagger, Obmann des Vorarlberger Elternverbandes, befürwortet die ersten Schritte: „Im Unterricht spielt sich vieles über die Mimik ab. Das Ende der Maskenpflicht macht die Kommunikation einfacher“, sagt er im Gespräch mit den VN. Zum Ende aller Maßnahmen solle es aber nicht kommen. „Wir dürfen die Vernunft nicht außer Acht lassen.“ Hygiene-Grundregeln müssten weiterhin angewendet werden, auch regelmäßiges Lüften im Klassenraum hält der Elternvertreter für wichtig. Die regelmäßigen Tests böten zudem Sicherheit im Schulbetrieb.

Alexandra Loser, Vorsitzende der Pflichtschullehrergewerkschaft, hält das Ende der Maskenpflicht in allen Schultypen ebenfalls für sinnvoll. Wie Tagger plädiert sie dafür, die Tests beizubehalten – wenn auch nicht in der bisherigen Form. „Antigentests sind sinnvoll. Man könnte sie auch täglich durchführen.“ Mit Blick auf die bisherige Testorganisation spricht Loser von „Totalversagen.“ Die Schulen seien ohnehin bereits durchseucht. Ob weitere Maßnahmen ausgesetzt werden können, will die Gewerkschafterin nicht beurteilen.

Sorge wegen Infektionsgefahr

Auch Lina Feurstein, AHS-Landesschulsprecherin, kritisiert: „Wir haben das Gefühl, dass eine Durchseuchung vorangetrieben wird.“ Deshalb sähen die Schülerinnen und Schüler die nun verkündete Lockerung mit einem gewissen Zwiespalt. „Die Maskenpflicht ist für viele eine Belastung. Dass sie nun aufgehoben wird, gibt uns natürlich ein Stück Normalität zurück.“ Gleichzeitig verweist Feurstein auf das aktuelle Infektionsgeschehen an den Schulen. „Derzeit müssen noch immer viele Schülerinnen und Schüler abgesondert werden, da sie sich infiziert haben.“ Dies könnte sich nun weiter verstärken – so die Befürchtung.