Coronamaßnahmen: Wallner will den Ausstieg vorbereiten

Politik / 09.02.2022 • 04:00 Uhr
Coronamaßnahmen: Wallner will den Ausstieg vorbereiten
Testen ist teuer, sagt Landeshauptmann Markus Wallner. Es entstünden gewaltige Summen, die am Ende der Steuerzahler zu zahlen habe. APA

Von Tests bis Quarantäne: Alles gehöre hinterfragt. Gesundheitslandesrätin kritisiert Nachlässigkeit des Bundes.

Schwarzach Einigkeit mit dem Bund sieht anders aus. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) fordert, alle Coronamaßnahmen neu zu bewerten. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) kritisiert das Gesundheitsministerium für sein unkoordiniertes Vorgehen bei der Impfpflicht. Die Probleme im Vollzug seien weder gelöst, noch habe sich das Ressort für ein gemeinsames Vorgehen eingesetzt, sagt sie. Eine bundesweite Plattform für jene, die sich aus gesundheitlichen Gründen von der Impfpflicht befreien können, wäre wünschenswert gewesen. Das Ministerium lehnte ab. “Jetzt müssen das die Länder richten”, ist Rüscher verärgert.

Die Bundesländer hätten es so gewollt, reagiert Ressortchef Wolfgang Mückstein (Grüne) auf die Vorwürfe. Sie seien es gewesen, die zu Beginn der Impfaktionen Organisation und Durchführung übernehmen wollten. Er begrüße, dass die Länder nun nach einer Lösung suchten, sagt Mückstein.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein weist die Vorwürfe der Länder zurück. <span class="copyright">BMSGPK</span>
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein weist die Vorwürfe der Länder zurück. BMSGPK

Lösungen brauche es auch bei den aktuellen Coronaregeln, fordert Landeshauptmann Wallner. Er plädiert, langsam aus den Einschränkungen auszusteigen. “Wir müssen das gut planen und Ausstiegszeitpunkte suchen, ab wann die Lockerungen epidemiologisch vertretbar sind.” Dabei geht es Wallner vor allem um die Testpflicht und die Quarantänedauer.

“Planlos kreuz und quer zu testen, ist nicht mehr die richtige Strategie. Dadurch entstehen gewaltige Summen, die auf Kosten des Steuerzahlers gehen.” Wallner hofft auf eine starke Reduktion. Die Experten sollen sich damit auseinandersetzen. Weiter getestet werden soll nur noch bei Symptomen, ebenso in gewissen Bereichen wie Pflegeheimen oder Spitälern. “Auch bei den Schulen wird es Tests brauchen, doch auch hier kann man neu bewerten.” Gleiches hält der Landeshauptmann zur 3G-Regel am Arbeitsplatz fest.

Die Quarantäne von zehn Tagen sei zu lang, sagt Wallner.
Die Quarantäne von zehn Tagen sei zu lang, sagt Wallner.

Solange der Staat für gewisse Berufsgruppen Tests vorschreibe, sollen diese kostenfrei bleiben. Abseits dessen hätten sich Gratistests bald überholt. Die Rückkehr der 3G-Regel bei körpernahen Dienstleistungen sieht Wallner nur  temporär: “Wie lange müssen wir Tests überhaupt noch vorschreiben? Ich will einen Anstoß zur Neubewertung machen. Wir müssen behutsam vorgehen, aber es muss gelingen, den Ausstieg zu schaffen. Das dürfen wir nicht verabsäumen.”

Zweites Thema ist für Wallner die Quarantäne. Sie sei dringend zu verkürzen: “Zehn Tage sind zu lang. Es wird sich auch die Frage stellen, wie stark wir überhaupt mit der Quarantäne weiterarbeiten müssen.” Alles gehöre auf den Prüfstand. Nur eines nicht: Die FFP2-Maske werde wohl vorerst noch ständiger Begleiter bleiben.