Personalausfall wegen Corona: Vorarlberger Firma muss auf Hunderte Mitarbeiter verzichten

Personalausfälle nehmen zu, berichtet der Firmen-Chef gegenüber den VN. Flexibilität ist gefordert. „Aber das Jonglieren hat seine Grenzen.“
Schwarzach Vorarlberg steht vor der Omikron-Wand. Die Zahl der Neuinfektionen nimmt rasant zu und mit ihr auch die Zahl der Menschen in Quarantäne. Als Gemeinde wären sie mittlerweile die fünftgrößte, also in etwa so groß oder gar etwas größer als Hohenems.
Das wird nicht nur für die Betroffenen selbst zur Herausforderung, sondern auch für die Betriebe und Gesundheitseinrichtungen.
„Betriebliche Tests müssen gelten“
In der Firma Blum sind derzeit rund 300 Personen nicht im Betrieb. Das heißt, rund 4,5 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen coronabedingt. „Die Kurve geht steil nach oben, und wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Tagen mit einem weiteren Anstieg rechnen müssen“, erklärt Geschäftsführer Martin Blum. Natürlich sind die Abwesenheiten eine Belastung. „Vor allem in der Produktion ist es schwierig. Derzeit ist eine Menge Flexibilität unter den Mitarbeitenden gefragt.“ Teilweise können Kollegen in anderen Abteilungen zwar aushelfen. „Aber dieses Jonglieren hat seine Grenzen, da oft spezielles Know-how notwendig ist“, erklärt Blum.

In der Firma ist durch Homeoffice, das Bilden fester Teams, regelmäßige Tests, Mindestabstand und Maskenpflicht ein sicheres Arbeitsumfeld geschaffen worden. Dennoch wünscht sich der Blum-Geschäftsführer zwei Anpassungen. „Wir haben für unsere Mitarbeitenden eine eigene Teststation mit PCR-Gurgeltests eingerichtet. Es wäre sehr hilfreich, wenn unsere PCR-Tests für das Freitesten gelten würden.“ Derzeit werden nur behördlich angeordnete Tests anerkannt. Freitesten ist in Vorarlberg erst ab dem achten Tag in Quarantäne möglich. Als Grund nennt die Landesregierung die beschränkten Testkapazitäten. In den anderen Bundesländern können die Tests bereits ab Tag fünf gemacht werden.
Blum ist außerdem überzeugt, dass sich derzeit mehr Personen in Absonderungen befinden als notwendig. Der Umgang mit nicht vollständig geimpften Kontaktpersonen ist aktuell sehr pauschal: „Aufenthaltsort, Abstand, Kontaktdauer und Masketragen werden nicht immer berücksichtigt. Wir wünschen uns eine differenzierte Abklärung.“ Jede Maßnahme hilft, die Personalausfälle reduziere.
Belastung in den Spitälern steigt
Von Personalausfällen sind auch die Vorarlberger Krankenhäuser betroffen. Etwa drei Prozent des Personals müssen der Arbeit coronabedingt fernbleiben. 179 von 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befinden sich derzeit in Quarantäne. In den sieben Pflegeeinrichtungen von Benevit fehlen aktuell sieben Prozent der 350 Mitarbeiter, wie Geschäftsführerin Carmen Helbok-Föger berichtet. Da sich das betroffene Personal aber auf die verschiedenen Standorte und Bereiche verteilt, ist die Situation noch machbar, erklärt sie genauso wie Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft. Das Personal gerät aber zunehmend unter Druck.