Tierschutzombudsfrau mit Kritik in der Schlachthof-Causa

Für Tierschutzombudsfrau Karin Keckeis freut sich über Schließung des Schlachthofes Dornbirn derzeit nur der Viehhandel.
Bregenz, Dornbirn Das endgültige Aus für den Schlachthof Dornbirn am 20. Dezember dieses Jahres sorgt weiter für Debatten. Und zwar nicht nur unter betroffenen Landwirten, die ihre Tiere seither nicht mehr am Standort in der Messestadt schlachten lassen können. Wie mehrfach in den VN berichtet, sollen die drei Metzgereien Natter in Andelsbuch sowie Gstach in Rankweil und Walser in Meiningen die Kapazitäten des bisherigen Schlachthofes, wo bisher jährlich rund 6000 Schlachtungen durchgeführt wurden, ersetzen.
Das Streitthema rund um einen zentralen Schlachthof dürfte wohl noch länger nicht vom Tisch sein und vor allem die Landespolitik auf Trab halten.
Schlachtungen hochsensibles Thema
Unter die Kritiker, die der Landesregierung in dieser Frage Versagen vorwerfen, mischt sich jetzt auch Tierschutzombudsfrau Karin Keckeis. “2G für Nutztiere in Vorarlberg: Gehalten und gefüttert in Vorarlberg – geschlachtet in?” fragt sich die Ombudsfrau. Für sie sind noch großes Engagement und Mobilisierungskräfte des Landes und der Interessenvertretungen nötig, bis ausreichend regionale Partner für die nun angestrebte Metzgerei-Netzwerk-Lösung gefunden sind, erklärt Keckeis. Nachsatz: “In der Zwischenzeit freut sich der Viehhandel.” Die Netzwerklösung werde momentan als Chance für die Reduktion von Tiertransporten aus dem Land und Tiertransportzeiten gesehen. Darüber hinaus ist jedoch auch der Tierschutz bei der Schlachtung ein hochsensibles Thema, meint Keckeis und nennt “kritische Punkte wie stressfreie Entladung und Zutrieb, Fixiermöglichkeiten, sachkundiges Personal sowie tierärztliche Überwachung der Betäubung und Schlachtung”.

AMA-Zertifizierung erklärtes Ziel
Agrarlandesrat Christian Gantner (VP) bedauert ebenso, dass ein Landesschlachthof als Wunschlösung wegen fehlender wirtschaftlicher Sicherheiten und EU-Wettbewerbsregelungen nicht in die Tat umgesetzt werden konnte. “Nun befinden wir uns beim Metzgerei-Netzwerk als Alternative auf einem guten Weg. Die Kapazitäten können in den drei Metzgereien umgesetzt und mittelfristig sogar noch gesteigert werden. Das Netzwerk steht ab Mitte Jänner 2022 zur Verfügung”, verspricht Gantner im VN-Gespräch. Die von der Ombudsfrau angeführten kritischen Punkte sind für ihn offenbar nicht relevant: “In den Metzgereien wird nach strengsten Kriterien geschlachtet, erklärtes Ziel ist die AMA-Zertifizierung für alle drei Metzgereien.”
