Neue Virusvariante macht sich auch in der Schweiz und in Liechtenstein breit

Politik / 21.12.2021 • 19:45 Uhr
Neue Virusvariante macht sich auch in der Schweiz und in Liechtenstein breit
Erst relativ wenige Menschen in der Schweiz sind dreifach geimpft. AFP

Die beiden Länder haben das Problem, noch tiefer in der vierten Welle zu stecken.

schwarzach Die Corona-Variante Omikron habe nicht nur an der Tür geklopft, sie sei schon eingetreten und mache sich in der Stube breit: Patrick Mathys vom eidgenössischen Bundesamt für Gesundheit redete gestern auf einer Pressekonferenz nicht um den heißen Brei herum. Man stehe möglicherweise wieder vor stark steigenden Fallzahlen, sowohl in Bezug auf die Infektionen als auch auf die Hospitalisierungen. Der Druck auf die Spitäler dürfte noch einmal zunehmen.

Gemeinsam mit Liechtenstein hat die Schweiz ein doppeltes Problem: Sie steckt noch tiefer in der vierten Welle. Die Inzidenz bestätigter Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche ist mit rund 700 wesentlich höher als etwa in Vorarlberg (380). Im Fürstentum verzeichnet man zudem fast so viele Spitalspatienten wie im vergangenen Herbst und Winter (18).

Neue Virusvariante macht sich auch in der Schweiz und in Liechtenstein breit

Außerdem sind in den beiden Nachbarländern erst relativ wenige Menschen dreifach geimpft und damit nur sehr eingeschränkt geschützt. In Liechtenstein sind es knapp 30 Prozent, in der Schweiz bzw. auch im Kanton St. Gallen noch nicht einmal 20 Prozent. In Vorarlberg handelt es sich um mehr als 35 Prozent. Schlichte Erklärung: Hierzulande hat man die Zeitspanne nach der Zweitimpfung schon vor Längerem von sechs auf vier Monate verkürzt. Dort ist man erst diese Woche dazu übergegangen. In St. Gallen möchte man nun Tempo machen und zumindest bis Februar alle „boostern“, die bereit dazu sind. Christoph Berger, Leiter der eidgenössischen Impfkampagne, hofft, dass die Omikron-Welle aufgrund des Rückstandes nicht größer wird.

In der Schweiz dürften laut Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit bereits zehn bis 20 Prozent der Infektionen auf Omikron zurückzuführen sein. Alle zwei bis drei Tage könnte sich die Anzahl verdoppeln. Aus Liechtenstein wurden gestern drei Fälle bestätigt. Zwei hatte es bereits gegeben, drei weitere sind in Abklärung.

Das Fürstentum hat die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie nach eidgenössischem Vorbild verschärft. Lokale dürfen nur noch von Geimpften und Genesenen besucht werden, sie müssen zudem eine Maske tragen. Das Mindestalter für die Maskenpflicht wurde außerdem gesenkt. Auch Kinder ab dem sechsten Geburtstag sind neuerdings in öffentlich zugänglichen Innenräumen und Bussen davon betroffen. Die Regierung sah sich dazu gezwungen, nachdem die ohnehin schon große Belastung der Spitäler in den nächsten Wochen zunehmen könnte.