Omikron-Welle im Jänner erwartet

59 bestätigte Fälle in Österreich. Experten rechnen mit raschem Anstieg. Neuer Impfstoff in den Startlöchern.
wien, bregenz Omikron verbreitet sich auch in Österreich, mit Novavax steht bereits ein neuer Impfstoff in den Startlöchern und Boostern wird auch für Jugendliche empfohlen. Das kündigte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Dienstag in einer Pressekonferenz mit Experten an. Österreichweit seien bereits 59 Infektionen mit der neuen Variante festgestellt worden, sagte Mückstein. „Wir wissen schon vieles, aber wir wissen noch nicht genug.” Es zeige sich aber, dass Omikron tatsächlich ansteckender sei als die derzeit dominierende Delta-Variante. Unklar bleibe, ob damit schwerere oder leichtere Krankheitsverläufe einhergingen.
Warten auf Laborbefunde
In Vorarlberg herrscht noch immer Rätselraten über die Frage, ob die Variante auch im Land angekommen ist. Zuletzt war von fünf Verdachtsfällen die Rede. Die Laborbefunde lassen auf sich warten. Der erste Verdacht war bereits Anfang November gemeldet und dann Proben und die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES nach Wien geschickt worden.
Der Molekularbiologe Andreas Bergthaler verwies bei der Pressekonferenz mit dem Gesundheitsminister in Wien auf Daten aus Großbritannien, wonach dreifach Geimpfte und Genesene mit zwei Impfdosen relativ gut geschützt seien. Für Personen, die nur zwei Mal geimpft sind, gelte das nicht. In den kommenden Wochen müsse mit einer absoluten Erhöhung der Infektionsraten gerechnet werden, vermutet der Experte. Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH rechnet mit einer Verdoppelung der Zahlen alle zwei bis drei Tage. Die Spitzen an Neuinfektionen mit der Omikron-Variante erwartet er für Jänner. Mückstein appellierte daher an die Menschen: „Holen Sie sich bitte vor dem Weihnachtsfest Ihren Booster.“ Damit schütze man nicht nur sich selbst und seine Liebsten, sondern auch die Allgemeinheit. Was die verfügbaren Impfstoffe gegen Corona angeht, dürfte jedenfalls schon bald ein neuer das Portfolio ergänzen.
Baldige Zulassung
Die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, kündigte an, dass das Präparat vom US-Pharmakonzern Novavax – ein Proteinimpfstoff – wohl noch in den kommenden Tagen zugelassen und im Dezember nach Österreich geliefert werden könnte. Wann und wie viel Impfstoff nach Vorarlberg kommen wird, ist offen. Dazu gebe es vom Bund noch keine Informationen, teilte das Land auf VN-Anfrage mit. Mückstein kündigte außerdem an, dass das Nationale Impfgremium (NIG) demnächst eine Empfehlung für eine Boosterimpfung für Kinder ab zwölf Jahren abgeben werde. Bisher gab es das das Angebot nur für über 18-Jährige. Nur in Wien wurde die Drittimpfung ab 16 angeboten.