Putin und Biden sprechen über Lage in der Ukraine

Große Erwartungen an virtuelles Treffen der Staatschefs.
Moskau, Washington Inmitten wachsender Spannungen im Ukraine-Konflikt werden Russlands Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden am Dienstag miteinander reden. Die Erwartungen sind groß, auch wenn sich die Präsidenten nicht direkt treffen. Beide Seiten haben erklärt, dass die angespannte Lage im Ukraine-Konflikt auf die Tagesordnung kommt. Biden wolle die Sorgen der USA angesichts von Russlands Militäraktivitäten entlang der ukrainischen Grenze unterstreichen. „Was ich jetzt tue, ist, das nach meinem Dafürhalten umfassendste und bedeutsamste Bündel an Initiativen zusammenzustellen, um es Herrn Putin sehr, sehr schwer zu machen weiter voranzuschreiten.“ Das russische Außenministerium warf den USA vor, eine Sonderoperation durchzuführen, um die Lage in der Ukraine zu verschärfen und die Verantwortung auf Russland abzuwälzen. Außenminister Lawrow sagte im Staatsfernsehen, Kiew werde aus freien Stücken die Vereinbarungen des Friedensplans von 2015 nicht umsetzen. Berlin und Paris als Vermittler hätten sich bisher vor ihren Verpflichtungen gedrückt.
Die Lage zwischen der Ukraine und Russland hat sich nach Berichten über einen russischen Truppenaufmarsch nahe der Grenze verschärft. Laut Nato sind mehr als 90.000 Soldaten vor Ort. Der Kreml wirft der Ukraine vor, mehr als 120.000 Soldaten an die Linie zu Donezk und Luhansk verlegt zu haben. Beide Länder beschuldigen sich gegenseitig, ein militärisches Einschreiten vorzubereiten.
Die EU sicherte am Sonntag der Ukraine ihre Unterstützung zu. „Die Ukraine ist gewiss eine Partnerin, eine Verbündete. Also stehen wir an ihrer Seite““, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.