Vorarlberger Blaue haben mit Impfung kein Problem

Politik / 02.12.2021 • 04:30 Uhr
Vorarlberger Blaue haben mit Impfung kein Problem
Alle FPÖ-Landtagspolitiker sind geimpft (es gilt die 2G-Regel im Plenum) und saßen wie alle anderen mit Maske im Plenum. VN/Hartinger

FPÖ-Politiker aus dem Land geben sich gemäßigter als ihr Parteichef.

Bregenz Eine Impfpflicht ist mit der DNA der Freiheitlichen nicht vereinbar. So viel steht für die FPÖ fest. Daher sah sich die Partei veranlasst, sich von dem blauen Urgestein Anders Mölzer zu distanzieren. Der frühere EU-Mandatar erklärte, sich eine Impfpflicht vorstellen zu können, wenn sie nütze und verfassungsrechtlich halte. 

Eine Impfpflicht ist auch für die Vorarlberger Freiheitlichen ein Tabu. Doch während der Bundesparteichef Herbert Kickl deren Wirkung anzweifelt und Nationalratsabgeordneter Gerald Hauser im Parlament für das Pferde-Entwurmungsmittel Ivermectin warb, vertrauen Vorarlbergs FPÖ-Politiker auf die Impfung. Der Nationalratsabgeordnete Reinhard Bösch hat kein Problem mit der Impfung. Er habe sich auch schon die Auffrischung geholt. Impfen bleibe eine persönliche Entscheidung, eine höhere Impfquote wäre ihm aber recht. Parallel müsse auf medikamentöse Behandlungen gesetzt werden. „Die Beurteilung der Wirksamkeit der Medikamente überlasse ich den Ärzten.“ Nachsatz: „Die Pandemie ist da und sie ist kein Hirngespinst.“

Der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger möchte sich zu den Auftritten von FPÖ-Bundespolitikern nicht äußern. Als Bürgermeister sorge er sich wegen der Spaltung in der Gesellschaft. Er appelliert auch: “Wir können die Pandemie nur überwinden, wenn jeder seinen Beitrag leistet. Natürlich ist die Impfung wichtig. Aber es ist für jeden eine persönliche Entscheidung.” Der freiheitliche Gesundheitssprecher im Landtag, Hubert Kinz, rät jedem, sich beim Arzt über die Impfung zu informieren. Am Ende treffe man die Entscheidung für sich allein, gesellschaftliche Verantwortung sieht er nicht. Als Jurist hüte er sich auch davor, Empfehlungen auszusprechen. Dass Kickl für Ivermectin wirbt, sei Teil seiner persönlichen Freiheit. „Ich würde das nicht tun.“

Text: Birgit Entner-Gerhold, Michael Prock