Härtere Corona-Regeln

In Deutschland gilt nun fast überall 2G als Zugangsvoraussetzung.
berlin Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle werden in Deutschland bundesweit die Maßnahmen verschärft. Bund und Länder beschlossen am Donnerstag eine Reihe von Vorgaben. Ungeimpften wird im Weihnachtsgeschäft der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. Auch Apotheken und Pflegefachkräfte sollen Impfungen übernehmen können.
Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte nach der Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten: „Es geht um eine große nationale Anstrengung, und es geht um Solidarität.“ Die scheidende Regierungschefin Angela Merkel (CDU) sagte, weitere Maßnahmen seien nötig, um die Welle zu brechen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank laut Robert Koch-Institut leicht – auf 439,2 gemeldete Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. In Österreich lag dieser Wert am Donnerstag bei 786,5.
Die Maßnahmen reichen von Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene bis hin zu 2G-Regelungen für den Besuch von Restaurants, Kinos, Theatern und anderen Freizeiteinrichtungen. Zusätzlich kann sogar ein aktueller Test – also 2G plus – vorgeschrieben werden. Auch in Läden – mit Ausnahme solcher für den täglichen Bedarf wie Lebensmittel – kommen nur noch Geimpfte oder Genesene. Die Bund-Länder-Runde beschloss auch eine deutliche Reduzierung der Zuschauerzahl für überregionale Sport-, Kultur- und ähnliche Großveranstaltungen. Volle Fußballstadien wird es vorerst nicht mehr geben. Treffen, an denen auch nur ein Ungeimpfter oder nicht Genesener beteiligt ist, werden beschränkt auf den eigenen Haushalt und maximal zwei Personen eines anderen. Kinder sind ausgenommen. Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird verboten.
Impfpflicht im Februar?
Vereinbart wurde unter anderem auch, dass Clubs und Diskotheken bei hohen Corona-Infektionszahlen geschlossen werden müssen. In den Schulen gilt Maskenpflicht. Um die Impfkampagne zu beschleunigen, sollen sich künftig auch Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte beteiligen können. Was die auch in Deutschland anvisierte allgemeine Impfpflicht betrifft, gehen Bund und Länder davon aus, dass sie im Februar kommen könnte. Der Ethikrat soll bis Jahresende eine Empfehlung erarbeiten. Begrüßt wird, dass der Bundestag zeitnah über das Thema entscheiden will.