Das bedeutet die Sonntagsöffnung kurz vor Weihnachten für den Handel

Geschäfte dürfen ausnahmsweise am 19. Dezember aufsperren.
schwarzach Was nach dem geplanten Lockdown-Ende am 12. Dezember passiert, ist weitgehend unklar. Manche Branchen dürfen wohl öffnen, andere wiederum nicht. Dabei könnte es dem Handel besser ergehen als der Gastro. Sollten die Geschäfte wie versprochen aufsperren dürfen, können sie das ausnahmsweise auch am Sonntag, dem 19. Dezember tun. Darauf haben sich die Sozialpartner am Dienstag geeinigt. So könne der Handel zumindest teilweise Umsatz nachholen. Beschäftigte, die sich freiwillig melden, verdienen das Doppelte und bekommen einen extra freien Tag. Voraussetzung bleibt, dass die Pandemiesituation eine Öffnung zulässt. Supermärkte und Drogerien sollen am vorweihnachtlichen Sonntag geschlossen bleiben.

Händler erfreut
Wirtschaftministerin Margarete Schramböck lobt die Einigung. Die Öffnung der Geschäfte am “Goldenen Sonntag” sei eine gute Maßnahme, um einen Teil des umsatzstarken Weihnachtsgeschäfts nachzuholen. Auch bei den Händlern sorgt die Nachricht für Erleichterung. Theresia Fröwis (Schuh Fröwis in Bezau) spricht von einem guten Signal. Zu einem gewissen Teil ließe sich der Verlust im Lockdown damit abfedern. „Ganz ist er aber niemals aufzuholen.” Mario Sieber von der Spielewelt in Feldkirch hält es für zentral, dass der Handel am 19. Dezember an einem Strang zieht. „Hätten in der Innenstadt nur zwei Geschäfte offen, würde das wenig Sinn machen.“ Die Forderung von Clemens Sagmeister, dem Obmann der Wirtschaftsgemeinschaft in Bregenz, wonach die Öffnung des Handels auf den Nikolaustag vorgezogen werden soll, unterstützt Sieber. „Jeder Tag, den wir früher öffnen können, ist Gold wert. Wir sprechen hier von lebensnotwendigem Umsatz.“
Gastro fehlt Planungssicherheit
Andere Branchen wie Gastronomie und Hotellerie kämpfen mit noch größerer Unsicherheit. Stefan Köb (Pier 69 in Bregenz) kritisiert die fehlende Planungssicherheit. Sollte eine längere Schließung nötig sein, befürchtet der Gastronom das Schlimmste. „Viele Gäste, und in weiterer Folge auch unsere Mitarbeiter, wandern in andere Länder ab.“ Für die Clubs macht sich Thomas Krobath, Betreiber der Vabrik in Röthis, heuer keine Hoffnungen mehr. „Ich habe gleich zu Lockdown-Beginn mein ganzes Warenlager zurückgeschickt, weil ich davon ausgehe, dass die Nachtgastronomie dieses Jahr nicht mehr öffnen darf.“

Auch für Hubert Kinz jr. (u. a. Hotel Weisses Kreuz in Bregenz) ergeben sich viele Unsicherheiten. Dabei gehe es nicht nur darum, ob ab 13. Dezember geöffnet werden dürfe. „Wichtig sind für die Hotellerie auch die Rahmenbedingungen für unsere Gäste, etwa aus Deutschland oder aus dem osteuropäischen Raum, wo viele mit Sputnik V geimpft worden sind. Dürfen sie zu uns kommen?“ Kinz glaubt auf absehbare Zeit nicht an einen wirklichen Wintertourismus. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird das Reiseverhalten wohl gedämpft sein, selbst ohne Lockdown.“
Magdalena Raos, Birgit Entner-Gerhold