Viel Ehre für Holzbaupionier Kaufmann

Politik / 24.11.2021 • 17:15 Uhr
Viel Ehre für Holzbaupionier Kaufmann
Bauministerin Kerstin Schreyer zeichnete Professor Hermann Kaufmann mit dem Bayerischen Staatspreis für Architektur aus. ByAK / Tobias Hase

Russ-Preis-Träger Architekt Hermann Kaufmann erhielt am Mittwoch im Rahmen eines Festaktes den Bayerischen Staatspreis für Architektur überreicht.

München, Schwarzach Mit der Verleihung des Bayerischen Architekturpreises und des Bayerischen Staatspreises für Architektur haben die Bayerische Architektenkammer und die Bayerische Staatsregierung zum siebten Mal Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um die Baukultur in Bayern verdient gemacht haben. Diesjährige Preisträger des Architekturpreises sind Holzbaupionier Hermann Kaufmann (66), der über beinahe zwei Jahrzehnte hinweg den Lehrstuhl für Entwerfen und Holzbau an der Technischen Universität München geleitet hat, und die langjährige Münchner Stadtbaurätin Christiane Thalgott. Eine Auszeichnung erhielt auch der Münchner Olympiapark als herausragendes Bauwerk. Kaufmann wurde zudem von Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer für seine Leistungen mit dem Bayerischen Staatspreis für Architektur geehrt.

Wichtiger Beitrag für Klimaschutz

„Sie haben den Baustoff Holz weiterentwickelt und ihm zu neuer Bedeutung verholfen und damit den Grundstein für eine breite Anwendung des Holzbaus gelegt. Vielen Dank für Ihren wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, würdigte Schreyer den Architeken Kaufmann bei der Verleihung im kleinen Rahmen. Kaufmann studierte zwischen 1975 und 1982 Architektur in Innsbruck und Wien und betreibt seit 1983 sein eigenes Architekturbüro in Schwarzach. Schwerpunkte seiner Tätigkeit als Architekt waren seit jeher das Ausloten der Möglichkeiten des modernen Holzbaus sowie die Suche nach umfassenden Antworten im Bereich der Nachhaltigkeit des Bauens. Verdient gemacht hat er sich zudem als Hochschullehrer, zunächst zwischen 1995 und 1996 als Dozent für Holzbau an der Liechtensteinischen Ingenieurschule, im Folgenden als Gastprofessor an den Universitäten Graz und Ljubljana und schließlich fast 20 Jahre als Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität München.

Würdigung des Lebenswerks

Die Verleihung findet seit 2007 alle zwei bis drei Jahre statt, zuletzt im Jahr 2018. Pandemiebedingt fand die Veranstaltung heuer im kleinen Kreis ausschließlich mit geladenen Gästen statt und wurde im Internet übertragen. “Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, zumal die Konkurrenz nicht gerade schlampig war”, erklärte Hermann Kaufmann in einer Reaktion im Gespräche mit den VN. Er sieht in der Verleihung des Staatspreises gewissermaßen auch eine Würdigung für sein Lebenswerk als Architekt und freut sich darüber, dass das nachhaltige Bauen mit Holz seit geraumer Zeit “weltweit aufpoppt” und eine gefragte Sache ist. Vor allem aber freut sich Kaufmann, dass er als Vorarlberger den Staatspreis bekommen hat: “Ich bin damit der erste Vorarlberger und werde wohl über längere Zeit der letzte Vorarlberger Architekt sein, der damit ausgezeichnet wurde.”

“Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, zumal die Konkurrenz nicht gerade schlampig war.”

Hermann Kaufmann, Architekt und Russ-Preisträger