Nachwahltermin für Bürgermeister von Lech so gut wie fix

Wahlberechtigte von Lech sollen am ersten Sonntag im Februar 2022 eine(n) Nachfolger(in) für den abrupt zurückgetretenen Gemeindechef Stefan Jochum wählen.
Lech Den Wahlberechtigten am Arlberg steht eine Bürgermeister-Direktwahl ins Haus. Der Termin steht (vorbehaltlich eines Beschlusses der Landesregierung am Dienstag) so gut wie fest: Die Lecher und Zürser werden am ersten Sonntag im Februar nächsten Jahres zu den Urnen geladen. In der Wahlverordnung ist nämlich definiert, dass eine Neuwahl umgehend abzuwickeln ist. Wirft man einen Blick auf die Fristenläufe im Hinblick auf die Auflage des Wählerverzeichnisses und der Einreichung der Wahlvorschläge, ist der Termin nachvollziehbar.
Landeswahlleiter Gernot Längle wollte den Termin im Vorfeld der Sitzung der Regierung im VN-Gespräch freilich nicht bestätigen. Längle verweist auf das Gemeindewahlgesetz, wonach eine Nachwahl durch die Wahlberechtigten erfolgen muss, wenn ein Bürgermeister innerhalb von drei Jahren nach Beginn seiner Amtszeit das Handtuch wirft. Reicht ein Gemeindechef nach dreijähriger Amtszeit den Rücktritt ein, so hat die Gemeindevertretung einen Bürgermeister aus ihren Reihen zu wählen. Gleiches gilt dann, wenn keine der vier Listen in der Lecher Gemeindevertretung einen Kandidaten vorschlägt, sagt Längle. Auch dann habe die Gemeindevertretung einen Gemeindechef aus ihren Reihen zu wählen. In der Gemeindestube sind derzeit die “Liste Lech” mit acht, die Listen “Unser Dorf” mit fünf und “Zusammen uf Weg” mit vier sowie “Zukunft wagen” mit einem Sitz vertreten.
Zusammenarbeiten statt streiten
Stefan Jochum hatte wie in den VN berichtet, am Freitag vergangener Woche seine Funktion an Vizebürgermeisterin Cornelia Rieser übergeben. Rieser, die selbst keine Ambitionen für das Amt hat und als Notarin tätig ist, wird bis zur Direktwahl eines neuen Bürgermeisters die Amtsgeschäfte führen. Nach Zeiten heftiger und vielfach emotional geführter Debatten, deren Auslöser meist das in Bau befindliche Gemeindezentrum bildete, zeichnet sich hinter den Kulissen offenbar eine künftige Zusammenarbeit von der “Liste Lech” und “Zusammen uf Weg” ab.
Dies wurde bereits bei der letzten Gemeindesitzung deutlich: Nachdem Jochum seine Abtrittsrede gehalten und die Sitzung verlassen hatte, übernahm Vizebürgermeisterin Rieser korrekterweise die Sitzung und arbeitete mit den Mandataren die Tagesordnung ab. Dass auch die Listenvertreter von “Unser Dorf” und “Zukunft wagen” den Sportpark als Sitzungsort verlassen hatten, vermochte den Ablauf der Sitzung nicht zur beeinträchtigen. Die verbliebenen Volksvertreter von der “Liste Lech” und “Zusammen uf Weg” hatten mit zwölf von insgesamt 18 Sitzen nämlich die nötige Mehrheit.
Dass sämtliche Beschlüsse der zwölf Mandatare einstimmig erfolgten, dürfte die künftige “Lecher Koalition” in ihrem Vorhaben der Zusammenarbeit bestärkt haben. “Wir sind in Lech ganz einfach des Streitens müde und blicken jetzt nach vorne”, lautet der Tenor am Rande der Gemeindesitzung.