Diese Regeln gelten in anderen europäischen Ländern

In vielen Staaten wurden die Maßnahmen verschärft. In anderen gibt es kaum noch Regeln.
Schwarzach Je nach Land unterscheiden sich die Corona-Zahlen, Impfquoten und Maßnahmen in Europa deutlich. In Lettland gelten strenge Kontaktbeschränkungen. Die Inzidenz ist hoch, die Zahl der Geimpften vergleichsweise niedrig. Für Spanien ist die Situation praktisch umgekehrt, die Impfquote ist eine der höchsten in Europa. Dort sind auch kaum mehr strenge Einschränkungen in Kraft. In Deutschland stehen Verschärfungen kurz bevor, während in der Schweiz die gesetzliche Grundlage für das Covid-Zertifikat wackelt. Es folgt ein Überblick.
Spanien
Die vergangenen Corona-Wellen haben Spanien hart getroffen. Nun hat das 47- Millionen-Einwohner-Land die Krise besser im Griff als viele andere europäische Staaten. Laut dem Portal Corona in Zahlen liegt die Impfquote bei 80 Prozent. Die Sieben-Tages-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, liegt bei 46. Viele Maßnahmen, etwa nächtliche Ausgangssperren und regionale Abriegelungen, wurden aufgehoben. Es gibt nur wenige Einschränkungen, etwa bei der Gästezahl in der Gastronomie und bei Veranstaltungen. In geschlossenen Räumen gilt Maskenpflicht – ebenso im Freien, wenn kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Frankreich
In Frankreich (67 Millionen Einwohner) ist die Inzidenz zuletzt wieder etwas angestiegen. Sie liegt bei knapp 104. Die Quote vollständig Geimpfter beträgt 69 Prozent. Der „pass sanitaire“ gilt als Äquivalent zum österreichischen Grünen Pass. Er ist für alle Personen ab zwölf Jahren praktisch zum ständigen Begleiter geworden. Unter anderem in Cafés, Restaurants, großen Einkaufszentren, Museen, Kinos, Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen ist der 3G-Nachweis Pflicht; auch im Zug, Flugzeug oder Bus. Für bestimmte Berufsgruppen – zum Beispiel das Gesundheitswesen – hat Frankreich eine Impfpflicht angeordnet.

Niederlande
Wegen rasant steigender Corona-Zahlen ist in den Niederlanden vergangene Woche ein dreiwöchiger Teil-Lockdown in Kraft getreten. Eine Überlastung der Intensivstationen soll damit verhindert werden. Gaststätten und Supermärkte schließen um 20 Uhr, andere Geschäfte bereits um 18 Uhr. Sportveranstaltungen müssen ohne Publikum stattfinden. Die Maskenpflicht wurde in dem 17-Millionen-Einwohner-Land schon zuvor ausgeweitet, für viele Bereiche, zum Beispiel in der Gastronomie, in Museen oder Fitnesscentern, muss ein 3G-Nachweis vorgezeigt werden. Die Inzidenz liegt mittlerweile bei 550, die Impfquote bei 73 Prozent.

Schweiz
Obwohl die Impfquote in der Schweiz ähnlich ist wie in Österreich – sie liegt bei 64 Prozent – ist die Inzidenz weitaus niedriger. Sie beträgt 248. Schweizweit gilt in einigen Bereichen die 3G-Regel. So muss das sogenannte Covid-Zertifikat etwa beim Besuch von Diskotheken, Tanzlokalen, vielen Veranstaltungen oder Restaurants gezeigt werden. Maximal 30 Personen dürfen sich in Innenräumen treffen, draußen 50. In den Kantonen sind strengere Regeln möglich. Am 28. November stimmen die Schweizer über das Covid-19-Gesetz ab, die gesetzliche Grundlage für die Corona-Maßnahmen. Somit könnte das Covid-Zertifikat bald vor dem Aus stehen.

Deutschland
In Deutschland ist die Sieben-Tages-Inzidenz auf dort nie gekannte Rekordhöhen geklettert. Mit 309 ist sie aber immer noch deutlich geringer als in Österreich. Die Impfquote beträgt 68 Prozent.Über eine bundesweite Verschärfung der Maßnahmen wird derzeit diskutiert. Grundsätzlich gilt bereits für viele Bereiche, etwa die Innengastronomie, Veranstaltungen, beim Friseur oder Fitnessstudio, eine 3G-Regel. In Planung ist Medienberichten zufolge eine 3G-Regel am Arbeitsplatz und 2G-plus, also Testpflichten auch für Geimpfte und Genesene, bei Veranstaltungen. Auch eine Rückkehr der Homeoffice-Pflicht könnte bevorstehen. In den Bundesländern sind die Vorgaben unterschiedlich. Bayern verkündete zuletzt die Einführung von 2G für Gastronomie und Hotels. Bisher gilt das nur für Veranstaltungen. In der Nachgastronomie soll 2G-plus gelten.
Lettland
Die gegenwärtige Corona-Welle hat das baltische Land (1,8 Millionen Einwohner) stark getroffen. Bis Montag war ein Lockdown in Kraft, um die Zahlen zu drücken. Die Inzidenz ging seit Ende Oktober von 935 auf 456 zurück. Die Impfquote liegt bei rund 60 Prozent. Eine Ausgangssperre ist nicht mehr in Kraft, auch Präsenzunterricht ist wieder möglich. Strenge Maßnahmen gelten aber noch, zum Beispiel 2G bei öffentlichen Veranstaltungen, in der Gastronomie sowie im Einkaufs-, Dienstleistungs-, Sport- und Kulturbereich, Maskenpflicht in allen öffentlichen Gebäuden inklusive Schulen, die Einschränkung privater Treffen und eine Pflicht zum Homeoffice, wo das möglich ist. Ungeimpfte Abgeordnete dürfen auch nicht mehr an Parlamentssitzungen teilnehmen.