Weltklimagipfel endet mit Kompromiss

Ergebnis des Gipfels für Delegierte und NGO enttäuschend.
Glasgow, Wien Der UN-Klimagipfel in Glasgow (COP26) hat zum verzögerten Ende einen “historischen” Kompromiss gebracht, der für viele Delegierte und die meisten NGOs vor allem eine Enttäuschung war. Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) sagte: “Es wäre unvorstellbar gewesen, ohne ein Ergebnis von der Konferenz abzureisen.” Für Klimaschützer besonders bitter war, dass in letzter Minute die Formulierung zu einer Abkehr von der Kohle auf Betreiben Chinas und Indiens deutlich abgeschwächt wurde. Erhalten blieben aber ein Bekenntnis zum 1,5-Grad-Ziel und zu einer schnelleren Überarbeitung der nationalen Klimaschutzziele.
Für Van der Bellen “zu wenig”
Kurz vor ihrer Rückreise relativierte Gewessler die vielleicht für manchen Mitstreitenden schwachen Ergebnisse. Ein Scheitern, wie zuletzt vor zwei Jahren auf der COP25 in Madrid, “dafür haben wir keine Zeit mehr”, hob die Ministerin hervor. Weiterhin ortete sie in dem Ergebnis des UN-Gipfels in Glasgow viel Licht, aber auch Schatten: “Viel Licht heißt, dass wir ein starkes Ergebnis haben”, nämlich eines mit der Verankerung des 1,5-Grad-Ziels. “Wir haben einen Prozess in diesem Text verankert, mit dem wir uns schon kommendes Jahr für eine Nachbesserung der Klimaziele bis 2030 auseinandersetzen müssen”, hob die Ministerin hervor. Und nachdem es genau um diese Dekade ginge, sei das ein so wichtiger Teil der heutigen Abschlusserklärung. Bundespräsident Alexander Van der Bellen appellierte, den Klimaschutz weiter zu forcieren. “Auch wenn wichtige Fortschritte erzielt wurden, insgesamt reichen die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz deutlich nicht aus, um die globale Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen und die Klimakrise wirksam einzudämmen. Die Staatengemeinschaft muss ihre Ambitionen bis zur nächsten Klimakonferenz in Ägypten 2022 deutlich erhöhen und den Ausstieg aus der Nutzung klimaschädlicher fossiler Energien beschleunigen”, so Van der Bellen.