Gedenken mit Mahnung zur Wachsamkeit

Wien In der Nacht auf den 10. November 1938 jährte sich das Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung in Österreich und Deutschland zum 83. Mal. Damals wurden jüdische Mitbürger ermordet, ihre Geschäfte geplündert, Wohnungen verwüstet und Synagogen angezündet. “Es gilt, wachsam zu sein und die Stimme zu erheben”, erklärte Bundespräsident Alexander Van der Bellen in sozialen Medien. Der Antisemitismus der Nationalsozialisten sei nicht vom Himmel gefallen. “Er war schon zuvor in der österreichischen Gesellschaft sehr stark präsent.” Aus Abwertung von Menschen sei Ausgrenzung, Entmenschlichung und Ermordung geworden, mit dem grausamen Endpunkt der Shoah. Van der Bellen wollte zum Gedenken eigentlich einen Kranz beim Mahnmal für die Opfer der Shoah niederlegen. Wegen der Coronainfektion einer Mitarbeiterin arbeitet er derzeit aber von zu Hause aus.
Am Dienstag wurde im Ostarrichipark in Wien auch ein Mahnmal seiner Bestimmung übergeben, das an die ermordeten jüdischen Menschen aus Österreich erinnert. Auf 160 Steinelementen sind die Namen von 64.440 in der NS-Zeit ermordeten österreichischen Jüdinnen und Juden eingemeißelt. Initiiert wurde die Shoah-Namensmauer vom Holocaust-Überlebenden Kurt Yakov Tutter. Er hatte sich jahrelang dafür eingesetzt.