Die Krankenhäuser ­geraten ans Limit

Politik / 08.11.2021 • 06:00 Uhr
Die Krankenhäuser ­geraten ans Limit
65 Mitarbeiter der Vorarlberger Spitäler befinden sich derzeit in Quarantäne. APA

Lage zwischen problematisch und kritisch. KHGB-Geschäftsführer Fleisch berichtet von ersten Engpässen.

Schwarzach Die Pandemie holt die Spitäler wieder ein. Auch die Mitarbeiter werden von Corona nicht verschont. 57 sind positiv getestet, acht weitere befinden sich in Quarantäne. Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), berichtet, dass es vor allem in der Unfallchirurgie im LKH Bregenz viele erwischt hat. „Viel mehr sollten es nicht werden.“ Die Situation stuft Fleisch zwischen „problematisch und kritisch“ ein.

Neuinfektionen als Vorbote

Was die Anzahl der Patienten auf den Intensiv- und Normalstationen betrifft, sei die Lage noch beherrschbar: „Aber wir kommen immer mehr ans Limit ran“, sagt Fleisch. Die hohen Infektionszahlen der vergangenen Tage seien aber Vorbote für eine zunehmende Belegung. „Wenn sich Neuinfektionen mehr niederschlagen, die Influenza dazukommt und die normalen postoperativen sowie unfallbedingten Belegungen aufrecht bleibt, dann kann das durchaus die Qualität eines kräftigen Engpasses haben.“ Die Lage sei ernst. „Ich verstehe niemanden der sich nicht impfen lässt, alleine aus Sicht des Krankenhauses.“ Hier sei der Überhang ungeimpfter Patienten unverkennbar. Auf der Intensivstation müsse derzeit kein vollimmunisierter Coronapatient betreut werden.

„Wir kommen immer mehr ans Limit“, sagt KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch.
„Wir kommen immer mehr ans Limit“, sagt KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch.

Mit der Wintersaison kommen weitere Herausforderungen. Die Kapazitäten für die Ecmo-Therapie (extrakorporale Membranoxygenierung) befänden sich im Winter etwa aufgrund der Behandlung von Lawinenopfern stets am Anschlag. Die Ecmo bietet die Chance, dass sich die Lunge über die Zeit wieder erholt. „Jetzt ist sie zentral für schwer erkrankte Covidpatienten“, sagt Fleisch. Mit einer intensiven Wintersaison würde sich die Lage einmal mehr verschärfen.