UN sieht schwere Verstöße gegen Menschenrechte im Tigray-Konflikt

Politik / 03.11.2021 • 22:43 Uhr
Viele Menschen suchen im Nachbarland Sudan Zuflucht. AFP
Viele Menschen suchen im Nachbarland Sudan Zuflucht. AFP

genf Im Konflikt um die Region Tigray im Norden Äthiopiens sind nach einer Untersuchung der Vereinten Nationen schwere Menschenrechtsverletzungen begangen worden. Die meisten davon seien von Streitkräften Äthiopiens und Eritreas, das sich in den Konflikt eingemischt hat, verübt worden, sagte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, am Mittwoch in Genf. In jüngster Zeit habe es aber vermehrt Berichte über Menschenrechtsverletzungen auf der Seite der Tigray-Unabhängigkeitsbewegung gegeben. Die Untersuchung fand gemeinsam mit der Menschenrechtskommission Äthiopiens statt. Das Team dokumentierte Tötungen, Folter, sexuelle Gewalt, Gewalt gegen Flüchtlinge und die Vertreibung von Zivilisten.

Der militärische Konflikt begann Anfang November 2020, als Ministerpräsident Abiy Ahmed anfing, die in der Tigray-Region an der Macht befindliche Volksbefreiungsfront (TPLF) zu verdrängen. Seit Anfang August weitet sich der Konflikt auf die Nachbarregionen Afar und Amhara aus. Die Lage der Menschen ist verheerend, weil humanitäre Helfer kaum in die Region kommen. “Der Tigray-Konflikt ist geprägt durch extreme Brutalität”, sagte Bachelet. Äthiopiens Regierung wies die Vorwürfe zurück.