Hohes Coronarisiko in Vorarlberg kehrt zurück

Politik / 22.10.2021 • 16:30 Uhr
Hohes Coronarisiko in Vorarlberg kehrt zurück
Die Zahl der Neuinfektionen unterscheidet sich deutlich zwischen Geimpften und Ungeimpften. RTS

Ampel leuchtet wieder orange. Zahl der Neuinfektion hat sich fast verdoppelt.

Wien Die gelbe Ampelfarbe war Vorarlberg nur kurz gegönnt. Nun herrscht wieder hohes Corona-Risiko. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche hat sich in den vergangenen sieben Tagen fast verdoppelt. Die Inzidenz wuchs von 72 am 15. Oktober auf 131 am Freitag. Damit dauerte die Phase Gelb nur eine Woche. Lediglich die Schulen bleiben vorerst auf Sicherheitsstufe eins, das heißt: Wären keine Herbstferien, bestünde weiterhin keine Testpflicht. Bis Anfang November kann sich das aber ändern, wie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) erklärte. Auch Gesundheitsexperte Armin Fidler schließt nicht aus, dass die Testpflicht an die Vorarlberger Schulen zurückkehren wird. Die Coronakommission, der er angehört, tagt am 28. Oktober dazu.

Hohes Coronarisiko in Vorarlberg kehrt zurück

Burgenland ist das einzige Bundesland, in dem die Coronaampel  noch auf gelb eingestellt ist. In Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich leuchtet sie rot, in allen anderen Bundesländer orange. Die Zahl der Neuinfektionen lag am Freitag den dritten Tag in Folge bei über 3600 Fällen.

Laut AGES geben fast zwei Drittel der Neuinfizierten an, sich im privaten Haushalt angesteckt zu haben, 14 Prozent im Freizeit- und elf Prozent im Bildungsbereich. Vier Prozent der Neuinfektionen gehen auf die Arbeit, drei Prozent auf Hotellerie und Gastronomie zurück. Der Altersdurchschnitt bei den Neuinfektionen liegt bei 36 Jahren. Die Zahlen verteilen sich nach Impfstatus sehr unterschiedlich.

Vollständig geimpfte Jugendliche stecken sich deutlich seltener an, als ungeimpfte. <span style="color: rgba(111, 111, 111, var(--text-opacity)); font-size: 0.75rem; text-transform: uppercase;"><span class="copyright">AFP</span></span>
Vollständig geimpfte Jugendliche stecken sich deutlich seltener an, als ungeimpfte. AFP

Die Inzidenz der vollständig geimpften Zwölf- bis 17-Jährigen beträgt 62, bei den Ungeimpften macht sie 530 aus. Bei den 18- bis 59-Jährigen sind unter den Geimpften pro 100.000 Einwohner und Woche 98 Fälle dabei, bei den Ungeimpften 359. In der Altersgruppe der Über-60-Jährigen liegt der Wert der Geimpften bei 78, jener der Ungeimpften bei 246.

In den vergangenen Wochen blieb die Lage auf den Intensivstationen stabil. <span class="copyright">APA</span>
In den vergangenen Wochen blieb die Lage auf den Intensivstationen stabil. APA

Auf den Intensivstationen blieb die Lage stabil, die Prognosen gehen angesichts der deutlich zunehmenden Infektionszahlen davon aus, dass die Belastung steigt. Aktuell sind 218 (zehn Prozent) der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Anfang November könnten es laut Prognosen 250 (zwölf Prozent) sein. Ab einer Belegung von 300 Betten (15 Prozent) würden die Maßnahmen bundesweit verschärft. Laut Prognosen wäre diese Auslastung bereits im Oktober eingetreten. In einzelnen Bundesländern sei es aber trotz steigender Fallzahlen zu einer geringeren Intensivbelegung gekommen. Die Gründe dafür seien bisher ungeklärten Gründen, heißt es im Bericht der Ampelkommission.

Die FFP2-Maske bleibt ein Begleiter im Alltag. <span class="copyright">APA</span>
Die FFP2-Maske bleibt ein Begleiter im Alltag. APA

Die Coronakommission geht davon aus, dass die steigende Zahl der Neuinfektionen saisonal bedingt ist. „Diese Einschätzung wird auch durch ähnliche Fallentwicklungen in den letzten Tagen in vielen anderen europäischen Ländern gestützt.“ Auch im Vergleich zum Vorjahr erkennen die Experten Parallelen.