Vorarlberger SPÖ-Granden zu Querelen: “Im höchsten Maß parteischädigend”

Granden der Roten im Land beäugen das Tohuwabohu in ihrer Partei kritisch.
MÄder, Feldkirch, Bludenz Dass es unter den Genossen im Land rumort und sie sich vielfach in den Haaren liegen, stößt naturgemäß vor allem bei altgedienten Vorarlberger Sozialdemokraten auf Kopfschütteln und Unverständnis. “Ich teile die Meinung von der früheren Vorsitzenden Gabi Sprickler-Faschlunger, dass es gut wäre, wenn der untadelige Bürgermeister von Hard, Martin Staudinger, noch für eine gewisse Zeit Vorsitzender von uns bleiben würde”, sagt Elmar Mayer im Gespräch mit den VN. Staudinger sollte zumindest so lange bleiben bis geklärt ist, ob an den Vorwürfen, die gegenüber Klubchef Thomas Hopfner erhoben werden, etwas dran ist. “Erst dann wäre für die Delegierten eine objektive Wahlmöglichkeit gegeben.” Mayer: “Einen Kandidaten durch Anzeige bei der Staatsanwaltschaft öffentlich so vorzuverurteilen, damit er schlechte Karten hat, finde ich im höchsten Maß parteischädigend.”
Ruf nach Parteischiedsgericht
Leider hat die Vorgangsweise Einzelner System, meint Mayer, der zwischen 1995 und 1999 Parteichef war. “Darüber wird möglicherweise ein parteiinternes Schiedsgericht zu urteilen haben.” Für Günther Keckeis, langjähriger Klubchef, “waren und sind parteiinterne Auseinandersetzungen nichts Ungewöhnliches”. Allerdings: “Werden sie nach außen getragen, schaden sie der Partei.” Auch zu seiner Zeit habe es Konflikte gegeben, erinnert sich Keckeis. “Diese waren zum Teil von heftigen Wortgefechten begleitet. Sie glitten aber nie ins Verächtlichmachen des Gesprächspartners ab, die Gesprächsfähigkeit blieb immer erhalten.” Die laufende Streit hat aus seiner Sicht eine neue Qualität erreicht, meint Keckeis und betont: “Ich habe während meiner aktiven Zeit sieben Obmannwechsel erlebt. Diese gingen manchmal etwas holprig, grundsätzlich aber doch ohne negative Nachwirkungen über die Bühne. Sie wurden allerdings auch nicht derart stümperhaft eingeleitet wir die anstehende Neubesetzung”, spricht Keckeis im VN-Gespräch Klartext. Die sich beim Parteitag abzeichnende Lösung lasse hoffen, dass die die Partei wieder in ruhigeres Fahrwasser komme. Wenige Worte fand Manfred Lackner, der zwischen 1999 und 2003 Landesvorsitzender war. Nur soviel: er wolle sich vor dem Parteitag nicht öffentlich äußern und weiteres Öl ins Feuer gießen.

"Ich möchte mich vor dem Landesparteitag nicht äußern und damit weiteres Öl ins Feuer gießen." Manfred Lackner, Altlandesvorsitzender

