Mehrere Kandidaten für Funktion des SPÖ-Parteichefs

Wer die Bewerber sind, war vorerst unklar.
Bregenz Mehrere Parteimitglieder der SPÖ Vorarlberg kandidieren für die Wahl zum Landesparteichef am 16. Oktober. Darüber wurde der erweiterte Parteivorstand der sozialdemokratischen Landespartei bei einer Sitzung am Montagabend durch die Geschäftsführung informiert. Die Namen der Kandidaten wurden nicht bekannt gegeben. Amtsinhaber Martin Staudinger wurde beauftragt, mit den Bewerbern Gespräche zu führen.
Dabei soll es laut SPÖ-Pressesprecher Lukas Riepler darum gehen, die weitere Vorgehensweise bis zur Wahl beim Landesparteitag am 16. Oktober zu besprechen. Dass mehrere Parteimitglieder kandidieren, wurde vom erweiterten Parteivorstand begrüßt. “Ich habe immer gesagt, dass ich für eine echte demokratische Wahl stehe”, so Parteivorsitzender Staudinger. Er freue sich über das große Interesse an der wichtigsten Funktion in der Partei.
Eine Verschiebung des Parteitags, die zuletzt auch ins Spiel gebracht worden war, wird es nicht geben. Das Gesprächsklima in der Sitzung, die von 19.15 Uhr bis Mitternacht dauerte, war laut Riepler konstruktiv. Die “Abhör-Affäre” sei kein Thema gewesen, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.
Die Frage nach dem künftigen Parteivorsitzenden hatte in der SPÖ Vorarlberg bereits seit Wochen für Zwist gesorgt, mehrere Ausspracheversuche verliefen ergebnislos. Staudinger, der seit Herbst 2020 Bürgermeister von Hard ist, hatte ohne Abstimmung mit den Parteigremien Klubobmann Thomas Hopfner als “logischen Nachfolger” als Parteichef präsentiert, was in mehreren Ortsparteien und bei einigen Partei-Granden auf Widerstand stieß.
Endgültig zur Eskalation kam es durch die “Abhör-Affäre”. Ein telefonischer Streit Hopfners mit dem Bregenzer SPÖ-Bürgermeister Michael Ritsch soll ohne dessen Wissen von einer weiteren Person aufgezeichnet oder mitgefilmt worden sein, möglicherweise auch weitergeleitet. Ritsch erfuhr seinen Angaben zufolge von der Sache durch die Staatsanwaltschaft Feldkirch, die eine entsprechende Anzeige prüft. Ritsch legte vergangene Woche aufgrund der Querelen alle Funktionen in der Landespartei zurück.