Rennen um Kanzlerschaft geht in heißes Finale

Politik / 24.09.2021 • 22:50 Uhr

Deutschland wählt am Sonntag. Scholz (SPD) in Favoritenrolle.

Berlin Der Wahlkampf ist geschlagen, jetzt sind die Wähler am Zug. Im Rennen um die Kanzlerschaft haben die drei aussichtsreichsten Kandidaten von SPD, CDU/CSU und den Grünen noch einmal alles gegeben. Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) reisten dafür in das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. CDU-Chef Armin Laschet war in Bayern. Am Tag der Friday-For- Future-Demonstrationen lagen die Themen auf dem Tisch. „Dass Klimastreik ist, ist richtig“, meinte Scholz. Der SPD-Spitzenkandidat schrieb auf Twitter, er sei dankbar für das Engagement von Fridays for Future. Sie hätten mitgeholfen, dass Klimaschutz oben auf der Agenda stehe. Laschet wiederum forderte, Deutschland müsse beim Klimaschutz schneller werden. Das Ziel sei, weltweit so schnell wie möglich Klimaneutralität zu erreichen. Dies sei eine Aufgabe, die nur global gelöst werden könne. Annalena Baerbock wurde wiederum bei einer Klima-Demo in Köln regelrecht gefeiert.

Vorsprung schmilzt leicht

Der Vorsprung der SPD vor der Union verkleinerte sich im neuen ZDF-„Politbarometer“ unterdessen leicht. CDU/CSU kämen in der am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen auf 23 Prozent – 1 Prozentpunkt mehr im Vergleich zur Vorwoche. Die SPD liegt unverändert bei 25 Prozent. Die Grünen kämen demnach auf 16,5 Prozent (plus 0,5). Die AfD liegt in der Umfrage derzeit bei 10 Prozent (minus 1), die FDP bei 11, die Linke bei 6 Prozent (beide unverändert).

Damit hätte als mögliches Zweier-Bündnis lediglich eine Koalition aus SPD und CDU/CSU eine knappe Mehrheit. Reichen würde es auch für eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP, für eine Regierung aus Union, Grünen und FDP sowie für das Bündnis Rot-Grün-Rot. Nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen wissen 35 Prozent der Befragten noch nicht sicher, ob sie wählen wollen und wenn ja, wen.

Bei den persönlichen Werten liegt SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz weiter deutlich vor seinen Konkurrenten. 64 Prozent trauen ihm das Amt zu. Unionskanzlerkandidat Armin Laschet bezeichnen lediglich 26 Prozent als kanzlerfähig, Grünen-Chefin Annalena Baerbock 25 Prozent. 47 Prozent der Befragten (minus 1) wünschen sich Scholz als Kanzler, 20 Prozent Laschet (minus 2) und 16 Prozent Annalena Baerbock.

Eine weitere Umfrage sieht die SPD stabil in Führung. Laut Forsa kann die Scholz-Partei ihren Vorsprung vor der Union demnach halten. In dem am Freitag veröffentlichten RTL/ntv-Trendbarometer bleibt die SPD wie auch am Anfang der Woche bei 25 Prozent, die Union aus CDU und CSU verharrt bei 22 Prozent.