Kurz bei Einvernahme durch Richter: „Bin kein Vollidiot“

Politik / 24.09.2021 • 22:50 Uhr
Bundeskanzler Sebastian Kurz weist jeg­liche Falschaussage von sich. Reuters
Bundeskanzler Sebastian Kurz weist jeg­liche Falschaussage von sich. Reuters

Wien Nach der Befragung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) durch einen Richter wegen des Verdachts auf Falschaussage im Ibiza-U-Ausschuss hat das 151-seitige Einvernahmeprotokoll nun den Weg an einige Medien gefunden. Kurz weist darin demnach wie auch öffentlich mehrfach jegliche Falschaussage von sich. “Ich weiß nicht, wie Sie mich einschätzen, aber ich bin kein Vollidiot”, meint er laut “Krone” und “Kurier” bei seiner Befragung. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt nach einer Anzeige gegen Kurz wegen des Verdachts, den Ibiza-Untersuchungsausschuss in mehreren Punkten falsch informiert zu haben. Im Kern geht es um die Frage, wie intensiv Kurz unter Türkis-Blau in die Reform der Staatsholding ÖBAG involviert war. Bei seiner Befragung hatte der Kanzler seine Rolle bei der Auswahl des Aufsichtsrats sowie bei der Bestellung des umstrittenen Ex-ÖBAG-Chefs Thomas Schmid heruntergespielt und sinngemäß von normalen Vorgängen gesprochen. Später aufgetauchte Chatprotokolle legten allerdings eine enge Abstimmung zwischen Schmid und Kurz nahe.