Verschärfung oder Impffortschritt

Coronakommission fordert, geringe Impfquote mit Schutzmaßnahmen auszugleichen.
Wien Der fehlende Impffortschritt macht sich in Österreich zunehmend bemerkbar. Die Infektionszahlen steigen, die Belastung der Intensivstationen wächst nach wie vor. Bis Ende des Monats werden laut dem Prognosekonsortium im Gesundheitsministerium 15 Prozent der vorhandenen Betten mit Covid19-Patienten belegt sein. Treten ihre Vorhersagen ein, folgen Anfang Oktober striktere Regeln: Wohnzimmertests würden der Vergangenheit angehören. Nur noch Geimpfte und Genesene hätten Zutritt zur Nachtgastronomie oder Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze. So sieht es der Stufenplan der Bundesregierung vor.
Österreichweit liegt die Inzidenz der registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche derzeit bei 163. In Vorarlberg wuchs sie auf 150. Werden die Zahlen nach Impfstatus betrachtet, unterscheiden sie sich deutlich. Bei den geimpften Zwölf- bis 17-Jährigen liegt die Inzidenz bei 72, bei den Ungeimpften bei 485. Die Werte der 18- bis 59-Jährigen betragen 50 (geimpft) und 229 (ungeimpft). Auch bei den Über-60-Jährigen ist die Differenz mit 26 (geimpft) zu 83 (ungeimpft) beachtlich. Ähnliches zeigt sich auf den Intensivstationen, wo rund 90 Prozent der Coronapatienten über keinen vollen Impfschutz verfügen.
In Vorarlberg befinden sich derzeit acht Erkrankte im Spital, sechs davon auf der Intensivstation. Österreichweit werden über 200 Covid19-Patienten gezählt, die zehn Prozent der Intensivbetten belegen. In eineinhalb Wochen sollen es laut Prognosen knapp 330 sein.
Die Coronakommission fordert, den fehlenden Impffortschritt “mit stringenteren und zeitnahen Schutzmaßnahmen” auszugleichen, um ein Abflachen der vierten Welle zu bewirken. Informationsarbeit sei zu forcieren. “Es gibt Belege, dass fehlende Aufklärung ein relevanter Grund für die mangelnde Impfbereitschaft ist.”