Es reicht! Impfmuffeln ist das herzlich egal
Diese ignoranten Impfgegner und -Skeptikerinnen führen uns alle in den nächsten Lockdown, der ja gar nicht mehr notwendig wäre! Sie belegen unsere Intensivstationen und bringen damit das Gesundheitssystem wieder an die Grenze! Sie wissen nicht, was Rücksicht auf die Gemeinschaft bedeutet, man sollte sie im Fall einer Corona-Erkrankung selber bezahlen lassen! Dieser Furor vieler, die sich bisher an alle Maßnahmen gehalten und die Impfung als wichtigstes Mittel im Kampf gegen die Pandemie akzeptiert haben, wird täglich größer.
Ein Unmut, der nur allzu verständlich ist, wenn man sich auch fragt, wohin er denn genau führen soll. „Es reicht!“ wütend in die Welt zu schreien oder zumindest in die Social Media-Welt, wird wohl nur jene berühren, die genauso empfinden. Ja, mit dem Kampfruf „Es reicht!“ konnte der damalige ÖVP-Chef Wilhelm Molterer 2008 noch Neuwahlen anzetteln oder die Wirtin Frieda Nagl 2014 zur „Wut-Oma“ mit Kolumne in der „Kronen Zeitung“ avancieren – doch heute ist die Entrüstung der Gemeinschaft den Impfmuffeln herzlich egal. Jedenfalls so lange, bis sie selbst möglicherweise mit einem schlimmen Corona-Verlauf auf einer Intensivstation landen. An einer heimtückischen Krankheit leidend, an deren Gefährlichkeit sie nicht glauben wollten.
Die Trottel der Nation
Jetzt kommt auch wieder diese allseits beliebte Frage hoch: Bin ich der Trottel der Nation, wenn ich alle Maßnahmen befolge, zur Impfung gehe, meine bürgerlichen Freiheiten einschränken lasse? Menschlich nachvollziehbar. Nur, was wäre denn die Alternative: Selbst auf alle Vernunft pfeifen, um alles noch schlimmer zu machen? Ist es trottelig, seine eigene Gesundheit und die seines Umfelds durch die Impfung zu schützen, zumindest vor einem schweren Corona-Verlauf? Kann man auf eine Verbesserung der Gesamtsituation hoffen, wenn alle nur mehr ihren persönlichen Emotionen nachgeben? Die Antwort lautet hier immer: Nein.
Es ist die Zeit des Anstands, des Zusammenhalts und der Vernunft. Gerade, weil ein Teil der Bevölkerung nicht mitziehen will – und manche wird man wohl gar nicht mehr erreichen. Natürlich macht anständiges, verantwortungsbewusstes Verhalten oft keinen Spaß und niemand weiß, ob es gewürdigt oder belohnt wird. Dennoch kommt man mit einem gewissen Anstand und einer Rest-Gelassenheit besser durch diese Extremsituation. Und hat vielleicht die Möglichkeit, die eine oder den anderen, die sich bisher verweigern, mitzunehmen und nicht durch Ablehnung noch weiter von der Gemeinschaft zu entfremden.
Die eigene Hilflosigkeit und den eigenen Frust zu zeigen, kann zumindest innere Entlastung bringen. Die sollte man fürs Durchhalten nutzen. Denn es reicht noch lange nicht, leider.
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