Hochrangiger US-General warnt vor Bürgerkrieg

Kämpfe zwschen Taliban und Widerstandsfront in Afghanistan.
Kabul, Washington Der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, General Mark Milley, warnt nach dem vollständigen Abzug der US-Truppen nach 20 Jahren vor einem Bürgerkrieg in Afghanistan. „Ich weiß nicht, ob die Taliban in der Lage sein werden, ihre Macht zu konsolidieren und eine Regierung aufzubauen“, sagte Milley in einem Gespräch mit dem TV-Sender „Fox News“. Dies könne in den nächsten drei Jahren zu einer Neukonstituierung von Al-Kaida oder einer Erstarkung der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) führen.
Unzählige militante Gruppen
Dazu gebe es unzählige andere militante Gruppen in Afghanistan, führte Milley in dem auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland geführten Gespräch aus. In Afghanistan gibt es zurzeit im Panjshir-Tal heftige Kämpfe zwischen den Taliban und der Nationalen Widerstandsfront von Afghanistan (NRFA), in der sich Kräfte unter dem Milizenführer Ahmad Massud zusammengeschlossen haben. Beide Seiten behaupten, dort die Oberhand zu haben. Widerstandskämpfer im afghanischen Panjshir-Tal haben den militant-islamistischen Taliban eigenen Angaben zufolge schwere Verluste zugefügt. Etwa 1000 Islamisten seien in der einzigen Provinz, die bisher noch nicht von den Taliban kontrolliert wird, nach der Blockade einer Fluchtroute eingeschlossen worden, schrieb ein Sprecher der Nationalen Widerstandsfront am Sonntag auf Twitter. Alle Angreifer seien getötet worden, hätten sich ergeben oder seien gefangengenommen worden, hieß es weiter. Zudem seien alle Taliban aus dem Bezirk Parjan vertrieben worden. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Der Taliban-Sprecher Bilal Karimi wiederum schrieb auf Twitter, die Islamisten kontrollierten nun fünf der sieben Bezirke der Provinz.