Das Heer der „Ologen“
Amerikaner, Europäer und Menschen in vielen anderen Gegenden haben seit einiger Zeit etwas gemein: In den Medien und anderswo begegnen sie laufend „Ologen“, mit denen bis bis vor relativ Kurzem herzlich wenig zu tun hatten: Etwa den „Virologen“, „Biologen, „Immunologen“, „Toxikologen“ und „Pharmakologen“. Vertreter dieser Stände beschäftigen sich allesamt mit einem Virus. Das wurde abwechselnd „Corona“, „Covid“ und „Sars“ genannt. Letzteres mit verschiedenen Nummern hintendran, und neuerdings auch noch mit dem Zusatz „Alpha“, „Beta“, „Gamma“ und „Delta“. Wenn das so weitergeht, haben sie bald das gesamte griechische Alphabet durch.
Ein amerikanischer Ex-Präsident bezeichnete den vielfach umetikettierten Krankheitserreger verächtlich und mit der ihm eigenen kognitiven Beschränktheit schlicht „China-Virus“. Aber das hat sich bei der internationalen Ologen-Gemeinde nicht durchgesetzt. Genauso wenig wie seine Empfehlung, dem Pandemie-Virus mit dem Runterschlucken von Haushaltsreinigern und dem Applizieren von Blaulicht in die hintere Körperöffnung den Garaus zu machen. Gegenwärtig empfiehlt die auf verschiedenen Lebensfeldern verkrachte Existenz den beherzten Einsatz eines Darmwurm-Bekämpfungsmittels für Acker- und sonstige Gäule. Wovon die Ologen-Gemeinde wegen der Lebensverkürzungs-Aussicht aber dringend abrät.
Zur weltweiten virologischen Heimsuchung der Menschheit haben sich bedauerlicherweise auch andere Naturkatastrophen gesellt: Klimawandel mit verheerenden Überschwemmungen, Hitzewellen, Erdbeben, Waldbränden, Dürren und Hungersnöten in allen Teilen der Welt, die unzähligen Menschen den Tod brachten und noch sehr viele weitere Opfer fordern werden. Schon vor Jahren haben uns davor die mit der Verbreitung von Wettervorhersagen betrauten Meteorologen gewarnt. Im US-Fernsehen waren damit hauptsächlich gut aussehende und „Weather Girls“ genannte weibliche Experten gemeint, was nicht nur Genderologen aufregte.
Mit Zahlen und Fakten weisen Klimatologen, Hydrologen und Futurologen schon seit einiger Zeit darauf hin, dass uns die Welt in absehbarer Zeit um die Ohren fliegt, wenn wir mit Umweltverseuchung und Raubbau an der Natur so weitermachen wie bisher. Das haben dankenswerterweise inzwischen auch etliche Politologen und Politiker erkannt, die für überfällige Reformen und Lösungen plädieren und die dabei gegen das „alles halb so schlimm“-Schwadrologen ankämpfen müssen. Drücken wir der rechtschaffenen Ologen-Gemeinde deshalb also mit solidarischen Grüßen fest die Daumen.
„Etwa den ‚Virologe‘, ‚Biologen‘ ‚Immunologen‘, ‚Toxikologen‘ und ‚Pharmakologen‘.“
Peter W. Schroeder
berichtet aus Washington, redaktion@vn.at