„Grenze vollständig geschlossen“

Politik / 30.08.2021 • 23:00 Uhr
Usbekische Soldaten bewachen einen Übergang auf der „Brücke der Freundschaft.“ AFP
Usbekische Soldaten bewachen einen Übergang auf der „Brücke der Freundschaft.“ AFP

Usbekische Regierung erklärt, keine afghanischen Flüchtlinge aufzunehmen.

taschkent, wien Usbekistan hält seine Grenze zu Afghanistan nach Angaben der Regierung in Taschkent vollständig geschlossen. Das Außenministerium der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik dementierte am Montag Medienberichte, wonach der Grenzübergang auf der sogenannten Brücke der Freundschaft für afghanische Geflüchtete geöffnet sei. „Das Außenministerium verkündet erneut, dass die Republik Usbekistan keine afghanischen Flüchtlinge auf ihrem Territorium aufnimmt.“

Kurz vor dem Ende der internationalen Evakuierungen aus Kabul haben am Montag vier EU-Staaten gemeinsam mit den drei Nachbarländern Afghanistans – Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan – über Zusammenarbeit und Unterstützung in der aktuellen Krisensituation beraten. Österreich gehe mit konkreten Angeboten bezüglich Grenzschutz sowie humanitäre Hilfe in die virtuelle Konferenz, erklärten Außenminister Alexander Schallenberg und Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) vor dem Start. Der deutsche Außenminister Heiko Maas hatte zuvor Usbekistans Hauptstadt Taschkent besucht, die in den vergangenen Tagen Drehkreuz der Luftbrücke unter anderem zwischen Kabul und Deutschland gewesen war. Tausende Menschen waren über den Flughafen in Taschkent vor den Taliban in Sicherheit gebracht worden. Das usbekische Außenministerium betonte, dass Taschkent Geflüchteten helfe, die sich zeitlich begrenzt im Land aufhielten und in anderen Staaten Schutz suchen wollten.

Die Vereinten Nationen bereiten sich auf die Flucht von mehr als einer halben Million Menschen aus Afghanistan vor. Bereits jetzt haben die Nachbarstaaten 5,2 Millionen Afghaninnen und Afghanen aufgenommen. 90 Prozent sind laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR im Iran und in Pakistan.

Wegen der Situation in Afghanistan berief die SPÖ am Montag in Wien den Außenpolitikrat ein. Die Sozialdemokraten wollen unter anderem weitere Evakuierungen und Hilfe für Ortskräfte sowie Schutzzonen für Geflüchtete in Nachbarstaaten.