Debatte um 1G: Vorarlberger Hochschulen rüsten sich für das Wintersemester

Politik / 30.08.2021 • 18:45 Uhr
Debatte um 1G: Vorarlberger Hochschulen rüsten sich für das Wintersemester
An der FH in Dornbirn gilt derzeit eine freiwillige 3G-Regel.  VOL/Mayer

Keine Überlegungen über Impfung als Zutrittsvoraussetzung.

schwarzach In Zukunft nur noch Präsenzunterricht mit Impfung? Einen Monat vor Semesterbeginn hat die 1G-Debatte auch die Hochschulen erreicht. Einige Rektoren sprachen sich für diese Voraussetzung aus. Die Medizinuniversität Innsbruck ist vorgeprescht; dort steht fest, dass Erstsemestrige ab dem Wintersemester 2021/22 zu einem Nachweis über eine vollständige Impfung verpflichtet sind. An der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn und der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch werden derzeit keine solchen Überlegungen gewälzt.

Risikobasierte Inzidenz

An der PH Feldkirch mit ihren rund 500 Studierenden gilt derzeit prinzipiell die 3G-Regel. Wie es mit dem Präsenzunterricht ab 1. Oktober weitergeht, hängt von der risikoadjustierten Sieben-Tage-Inzidenz ab, wie Rektor Gernot Brauchle erzählt. Liegt sie unter 100, finden die Lehrveranstaltungen vor Ort statt, zwischen 100 und 200 kommt es zu Präsenz- und Digitalunterricht. Ab einem Wert von 200 würde er weitgehend digital abgehalten. „Leider muss man derzeit annehmen, dass die Zahlen weiter steigen werden“, sagt Brauchle. Im September würden die Vorgaben festgelegt. 1G-Pläne gebe es bis dato keine. Wie der Rektor erklärt, bemühe sich die PH insbesondere bei den unteren Semestern, Präsenzunterricht abzuhalten. Später seien viele Studierende mit Sondervertrag an Schulen tätig und fielen unter die dortigen Bestimmungen.

Leider muss man derzeit annehmen, dass die Zahlen weiter steigen werden.

Gernot Brauchle, Rektor PH

Anders sind die Auflagen an der FH in Dornbirn mit ihren knapp 1600 Studierenden. Dort gilt momentan eine freiwillige 3G-Regel. Wer den Nachweis über einen negativen Test, Genesung oder Impfung nicht vorzeigen will, muss in den Räumen eine FFP2-Maske tragen. Kontrolliert wird stichprobenartig, ab Semesterbeginn dann streng, wie Sprecherin Alexandra Dittrich mitteilt. „Aktuell gibt es keine Überlegungen in Richtung 1G. Wir haben aber einen Krisenstab, der regelmäßig tagt und verschiedene Szenarien erarbeitet hat. Vieles hängt davon ab, wie sich die Situation entwickelt.“ Nach aktuellem Stand liege der Fokus klar auf Präsenzunterricht.

Der Rektor der Universität in Klagenfurt, Oliver Vitouch, hatte sich auf Ö1 für 1G ausgesprochen. Ähnlich äußerte sich Hendrik Lehnert von der Universität Salzburg in den „Salzburger Nachrichten“. Zumindest bei Lehrveranstaltungen mit körperlicher Nähe wie Laborpraktika oder Sport sollten nur Geimpfte Zutritt haben, meint Lehnert. Rechtlich dürfte das möglich sein, glaubt Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Die gesetzlichen Vorhaben und das Hausrecht ließen das zu. Was die Durchsetzbarkeit angeht, ist der Minister aber skeptisch: Er halte viel von einer “systematischen 3G-Regel”.