Ärzte ohne Grenzen harren aus

Trotz Regimewechsel bleiben die Ärzte in Afghanistan.
Schwarzach Die Machtübernahme durch die Taliban sorgte auch bei Ärzte ohne Grenzen für turbulente Tage. Die Organisation ist seit dem Einmarsch durch die UdSSR 1979 in dem Land präsent, bislang gab es in fünf Regionen Kliniken. Zwischenfälle gab es seitdem immer wieder: 2004 wurden vier Mitarbeiter getötet. 2015 starben 42 Menschen, als die Klinik in Kunduz bombardiert wurde. Im Mai 2020 wurden 24 Patienten und Mitarbeiter einer Geburtenstation getötet.
Derzeit deutet alles darauf hin, dass man in Afghanistan bleibt, erklärt Österreich-Geschäftsführerin Laura Leyser in „Vorarlberg live“. Einfach weil die Bevölkerung auf diese Hilfe angewiesen ist. Ärzte ohne Grenzen ist im ständigen Kontakt mit allen Konfliktparteien, um ihre Arbeit und Sicherheit zu ermöglichen. „Unser Spital in Laschkar Gah war wochenlang inmitten der Kämpfe“, verdeutlicht Leyser. Im August gab es teilweise täglich 20 Notoperationen auch aufgrund von Kriegsverletzungen, andere Patienten konnten nicht zum Spital gelangen.
Dies bringe auch das Personal an seine Grenzen. Hinzu kommt nun die Versorgungslage. Zwar gelang es Ärzte ohne Grenzen erst vergangene Woche, mehrere Tonnen Hilfmittel einzufliegen. Nun müssen auf dem Landweg Versorgungswege ausgehandelt werden. Derzeit gibt es viele Fragezeichen, wie es weitergehen kann und wird.