Sprunghafter Anstieg: Hohe Fallzahlen in der Schweiz

Politik / 13.08.2021 • 09:00 Uhr
Sprunghafter Anstieg: Hohe Fallzahlen in der Schweiz
Die Zeit der Gratistests neigt sich in der Schweiz dem Ende zu. AFP

Eidgenossen wollen nicht lockern, Tests werden bald kostenpflichtig.
 

bern Die Corona-Situation entwickelt sich im Bodenseeraum derzeit unterschiedlich. Zieht man die Sieben-Tages-Inzidenz heran, also die bestätigten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche, fallen insbesondere die Zahlen aus den Schweizer Kantonen auf. In Graubünden und St. Gallen sind sie zuletzt sprunghaft angestiegen; am Donnerstag lag die Inzidenz bei 100 beziehungsweise 158. Gleichzeitig bleibt die Situation in den Spitälern vergleichsweise entspannt. Aktuell ist fast die Hälfte der Schweizer vollständig geimpft.

Kürzlich gab der Schweizer Bundesrat bekannt, dass vorläufig keine neuen Lockerungen beschlossen werden. Bei den Coronatests geht Bern einen ähnlichen Weg wie Deutschland. Diese sollen ab Oktober etwas kosten. Die Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen sei nicht mehr vertretbar, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Für Menschen mit Symptomen werden die Tests weiter von den Krankenkassen bezahlt. Der Schritt muss noch mit Vertretern der Kantone abgesprochen werden. Auch in Deutschland wird es für Ungeimpfte ungemütlicher. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten kürzlich beschlossen, dass Innenräume ab einer Inzidenz von 35 nur noch mit einem 3G-Nachweis betreten werden dürfen. Wer sich nicht impfen lassen will, muss ab 11. Oktober die Kosten für Schnelltests selbst tragen. Ausgenommen sind jene, für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt.

In den deutschen Landkreisen des angrenzenden Bodenseeraums wäre zumindest derzeit noch kein 3G geboten. Die Inzidenz liegt nirgendwo höher als 35. Im Bodenseekreis betrug sie am Donnerstag 25, in Lindau 21, im Oberallgäu 20 und in Ravensburg nur 17.