Als Berlin in den Nachtstunden geteilt wurde
berlin Eine Stunde nach Mitternacht beginnt die geheim geplante “Aktion Rose”. In Ost-Berlin werden Gleisverbindungen in den Westteil der Stadt getrennt, Straßen aufgerissen, Betonschwellen und Ziegelsteine heran gekarrt, tonnenweise Stacheldraht ausgerollt. Es ist der 13. August 1961. Der Bau der Berliner Mauer beginnt. 60 Jahre danach erinnert das vereinte Deutschland nun an jenen Tag, mit dem die Teilung für mehr als 28 Jahre besiegelt wurde. Erst nach dem Mauerfall vom 9. November 1989 kamen Ost und West wieder zusammen.
“Antifaschistischer Schutzwall”
Der “antifaschistische Schutzwall” um West-Berlin wächst auf rund 155 Kilometer. Quer durch die Stadt wird die Mauer auf 45 Kilometern Länge hochgezogen. Das Brandenburger Tor steht nun im Niemandsland. An der innerdeutschen Grenze um die nun abgeschottete DDR werden es etwa 1400 Kilometer. Noch am 15. Juni 1961 hatte Walter Ulbricht, Vorsitzender des DDR-Staatsrates und SED-Parteichef, vor internationaler Presse behauptet: “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten”. Der Politfunktionär sprach über Wiedervereinigung und einen Friedensvertrag. Es war alles Lüge.
Nach Angaben des Bundesarchivs, das die Stasi-Unterlagen verwaltet, stand die DDR Anfang der 60er Jahre vor dem Ruin, da Abertausende flüchteten. Die SED-Führung habe sich nicht anders zu helfen gewusst, als das eigene Volk einzusperren. In Berlin starben nach dem Mauerbau nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime.
In der deutschen Hauptstadt ist heute nicht mehr viel von der Original-Mauer zu sehen. Die East Side Gallery, Reste an der Bernauer Straße oder in der Nähe des Abgeordnetenhauses geben aber noch eine Ahnung der Teilung. Ein Pflasterstreifen markiert den früheren Grenzverlauf. Die Bernauer Straße gilt überhaupt als Symbol der deutschen Teilung. Kurz nach dem 13. August 1961 versuchten noch Menschen, aus ihren Wohnungsfenstern in den Westen zu springen. Die Fenster wurden zugemauert, die Häuser abgerissen. Auf dem früheren Todesstreifen wurde nach der Wiedervereinigung eine Open-Air-Gedenklandschaft eingerichtet.