Treffen mit Leichtathletin Timanowskaja: „Sie hat erzählt, dass sie sich Sorgen um ihre Familie macht”

Politik / 05.08.2021 • 07:00 Uhr
Treffen mit Leichtathletin Timanowskaja: „Sie hat erzählt, dass sie sich Sorgen um ihre Familie macht"
Brunner empfing Timanowskaja am Flughafen Wien. APA

Magnus Brunner berichtet von seinem Gespräch mit der Belarussin.

Wien Magnus Brunner empfing die erleichterte aber müde Leichtathletin am Flughafen Wien.

Was hat Ihnen Kristina Timanowskaja berichtet?

Sie war sehr froh, dass sie in Sicherheit ist. Das war auch das Wichtigste für uns. Sie hat erzählt, wie die vergangenen Tage waren und dass sie sich Sorgen gemacht hat, wie es ihrer Familie geht.

In Polen wurden „Sicherheitsbedenken“ geäußert, als bekannt wurde, dass sie ihre Flugroute geändert hat und über Wien fliegen wird.

Ursprünglich wollte Kristina Timanowskaja direkt nach Polen. Da gab es Sicherheitsbedenken, weshalb sie umgebucht hat. Das geschah in Zusammenarbeit mit unserem Außenministerium und den polnischen Behörden. Sie erzählte, dass sie froh war, als sie sich im Luftraum der EU befand. Ab diesem Zeitpunkt habe sie sich sicher gefühlt. Sie war erleichtert, aber von der Reise natürlich müde.

Wo wird sie Asyl beantragen?

Wir waren und sind bereit, sie zu unterstützen, aber sie hat nun in Polen um Asyl angesucht. Wir sind froh, dass wir sie bis zur Weiterreise in Wien gut und sicher betreuen konnten.

Wie blickt Kristina Timanowskaja in ihre Zukunft? Ihr Mann ist ja auch aus Belarus geflüchtet.

Sie hat erzählt, dass ihr Mann eine anstrengende Reise in die Ukraine hatte. Sie waren in ständigem Kontakt, auch während unseres Treffens. Jetzt wollen sie sich in Polen wieder sehen. Wie es dann weiter geht, weiß sie noch nicht. Sie muss jetzt erst einmal richtig ankommen und vor allem zur Ruhe kommen. Den Umständen entsprechend ging es ihr aber gut.

Wird Österreich seine Politik gegenüber Belarus verändern, zum Beispiel, was Sanktionen angeht?

Leider haben sich die traurigen Höhepunkte seitens Belarus gerade in den vergangenen Tagen zugespitzt. Wenn es um Sanktionen geht, ist immer etwas möglich, das muss aber auf europäischer Ebene erfolgen. Jetzt geht es aber einmal darum, das Leben von Kristina Timanowskaja zu retten. Es war schön, dass Österreich hier helfen konnte.