Nach Gewalttat in Bregenz: “Lippenbekenntnisse sind zu wenig”

Politik / 04.08.2021 • 05:30 Uhr
Zuerst wurden Regenbogenfahnen angezündet, jetzt geht es um Körperverletzung. Ich möchte nicht wissen, wohin das führt", sagt Egger vom Verein GoWest. <span class="copyright">VOL</span>
Zuerst wurden Regenbogenfahnen angezündet, jetzt geht es um Körperverletzung. Ich möchte nicht wissen, wohin das führt", sagt Egger vom Verein GoWest. VOL

LGBTIQ-Verein fordert Aktionsplan und Diskriminierungsschutz.

Bregenz Beschimpft, bedroht, gejagt und krankenhausreif verprügelt – nur weil sie Transgender sind. Die Täter hätten sich über ihr Aussehen lustig gemacht, berichtet Felix den VN über die brutale Tat gegen ihn und seinen Freund Max vergangenen Freitag in Bregenz. Michael Andreas Egger, Obmann des LGBTIQ-Vereins GoWest, spricht von einem Höhepunkt der bisher öffentlich bekannt gewordenen Aggressionen gegen LGBTIQ-Personen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle, Queer) in Vorarlberg. Laut Landespolizeidirektion laufen die Ermittlungen. Anzeigen an die Staatsanwaltschaft und Bezirkshauptmannschaft würden folgen.

GoWest macht seit Längerem darauf aufmerksam, dass die aggressiven Handlungen gegen LGBTIQ-Personen in Vorarlberg stark zunehmen. Michael Andreas Egger berichtet von vermehrten Meldungen körperlicher und psychischer Übergriffe. Statt Lippenbekenntnissen müsse die Politik endlich handeln. Es brauche einen Aktionsplan, der unter anderem die Sensibilisierung und Schulung von Personen mit Bürgerinnen- und Bürgerkontakt vorsehe. Transgenderpersonen würden im Amt nämlich häufig schief angeschaut und anders behandelt. Auch in den Lehrplänen gehöre das Thema verankert, um Vorurteilen entgegenzuwirken. Es braucht Egger zufolge auch einen Diskriminierungsschutz im Alltag: Denn Lesben und Schwule könnten weiterhin lediglich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung etwa Restaurants verwiesen, aus Taxis verwiesen oder Mietwohnungen verweigert werden. Er fordert zudem ausreichend Finanzierung für eine LGBTIQ-Anlauf- und -Beratungsstelle. Die Arbeit von GoWest geschehe ehrenamtlich. Die Förderungen des Landes bezeichnet er als banal.