Woche im Zeichen des Regenbogens

Politik / 21.06.2021 • 20:00 Uhr
Woche im Zeichen des Regenbogens
Auch in Wien feierte die Regenbogenparade ihr Comeback. APA

Prideweek zelebriert Vielfalt und stellt sich gegen Diskriminierung.

bregenz Der Juni gilt als Pride-Monat. Auf der ganzen Welt finden Programme statt, um Vielfalt in der Gesellschaft zu feiern und auf Ressentiments und Diskriminierungen gegenüber Rechte von LGBTQIA-Personen aufmerksam zu machen. Auch in Vorarlberg sind in der gerade begonnenen Pride Week viele Veranstaltungen und Aktionen geplant, darunter ein Stammtisch an der Fachhochschule Vorarlberg, Diskussionen mit Politikern und als Höhepunkt eine Kundgebung am Samstag in der Landeshauptstadt. Zahlreiche Organisationen und Institutionen laden ein. LGBTQIA ist eine Abkürzung aus dem Englischen, und steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, queere, intersexuelle und asexuelle Menschen.

Zerstörte Fahnen

Gerade in diesem Jahr sei es wichtig, eine Pride Week abzuhalten, betont die 18-jährige Organisatorin Jana König. Sie verweist auf die päpstliche Absage der Weihe von homosexuellen Paaren und auf die zerstörten Regenbogenfahnen in Vorarlberg. LGBTQIA-Personen würden nach wie vor diskriminiert. „Man bemerkt böse Blicke, abfällige Kommentare. Es gibt auch immer wieder Vorfälle, bei denen Menschen zusammengeschlagen werden.“ Selbst in der Familie oder Schule handle es sich oft um ein Tabuthema. Im Sexualkundeunterricht würde fast nur auf Heterosexualität eingegangen und von Mann und Frau gesprochen.

Jana König organisiert die Prideweek mit.
Jana König organisiert die Prideweek mit.

Blutspende-Verbot

Als Beispiele für staatliche Diskriminierung nennt König unter anderem das Blutspende-Verbot für homosexuelle Personen. „Dafür gibt es einfach keinen Grund.“ Das Diskriminierungsgesetz sollte verfeinert werden, fordert die Dornbirnern, die für das Studium der Landschaftsarchitektur an der Universität für Bodenkultur nach Wien gezogen ist. Zudem brauche es ein Bekenntnis der Regierung zur Ausbau des Sexualunterrichts. Mit der Kirche stehe man übrigens in ständigem Kontakt, erläutert König weiter. Natürlich gebe es dort einige negative Stimmen; sie kenne aber viele Menschen, die LGBTQIA-Rechten positiv gegenüberstünden. „Der Verein Go West hat Regenbogenflaggen an die Kirchen mit dem Aufruf geschickt, sie bitte aufzuhängen. Das haben erstaunlich viele gemacht, das hat mich sehr gefreut.“

Das Outing sei für viele LGBTQIA-Personen immer noch mit viel Diskriminierung verbunden, gerade in Vorarlberg, sagt König. „Gerade wenn ich an die traditionellen Familien denke: Da ist es ein riesiges Thema.“ Zumindest in den Städten habe sich die Lage jedoch schon verbessert.

Zehntausende in Wien

In der Bundeshauptstadt hat am Wochenende die bekannte Regenbogenparade ihr Comeback gefeiert. Wegen der Coronapandemie war sie als reine Fußgänger- und Fahrraddemo angesetzt. Mehrere Zehntausend Teilnehmer zogen unter dem Motto “Stay safe, stay proud” über die Ringstraße. So viele werden es bei der Kundgebung am Samstag in Bregenz natürlich nicht sein. „Wir wollen nicht mit zu vielen Teilnehmern rechnen“, sagt König, die auch auf die coronabedingte Abstandspflicht hinweist. „Doch 200 bis 300 werden es schon sein.“

Magdalena Raos, Michael Prock

Programm

Dienstag:
15.00 Uhr: „United in pride“ (SoHo und Aktion kritischer Schüler_innen Vorarlberg), Straßenaktion in Feldkirch beim Katzenturm; 18.00 Uhr: „LGBTQIA* Stammtisch an der FH Vorarlberg“ (ÖH der Fachhochschule Vorarlberg), für derzeitige Studierende an der FH Vorarlberg. Alle Infos und Anmeldung unter https://oeh-fhv.at/lgbtqia-stammtisch sowie https://instagram.com/oeh.fhv.

 

 

Mittwoch:

18.00 Uhr: „Regenbogenbank-Gespräch“ (Stadt Bregenz). Bürgermeister Michael Ritsch und Vizebürgermeisterin und Stadträtin für LGBTIQ Sandra Schoch laden zum Dialog im öffentlichen Raum ein. Treffpunkt beim Milchpilz Bregenz. Kontakt: +43 664 6141183.

Donnerstag:

18.45 bis 19.30 Uhr: Live-Talk mit Yannick Shetty (Neos Vorarlberg)
Öffentlicher Talk mit Neos-Nationalratsabgeordneten und LGBTIQ- Sprecher Yannick Shetty live am Kornmarktplatz Bregenz.

 

Freitag:
19.00 bis 21.00 Uhr: Open Space im Rahmen der mädchenimpulstage 2021 (Amazone); Girls only goes FLINT: für alle FLINT-Personen von 15 bis 25 Jahren am Mehrgenerationenplatz Mariahilf Bregenz. Bei starkem Regen im Verein Amazone Bregenz.

 

Samstag:
14.00 Uhr: Bregenz PRIDE 2021 – Stehende Demo mit Kundgebung am Platz der Wiener Symphoniker, Bregenz.