Grenzüberschreitende Einbrüche

Politik / 08.06.2021 • 05:00 Uhr
Grenzüberschreitende Einbrüche
Im deutschen Baden-Württemberg hofft Gesundheitsminister Manfred Lucha auf einen „unbeschwerten Sommer“. DPA

In Vorarlberg und Umgebung lässt das Infektionsgeschehen plötzlich stark nach.

Schwarzach Ende Mai wurden im deutschen Kempten noch mehr als 100 bestätigte Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche verzeichnet, in Memmingen waren es sogar 238. Am Montag lag die Inzidenz da wie dort unter 50 – und das ist kaum aufgefallen, weil die Zahlen im Bodenseeraum fast überall stark sinken.

Für Vorarlberg weist die staatliche Gesundheitsagentur AGES nur noch eine Inzidenz von 54 aus. Am vergangenen Dienstag hatte es sich um 91 gehandelt. Damit hat sich die jüngste Welle endgültig verabschiedet: Weniger als 54 betrug die Inzidenz zuletzt vor acht Monaten, also Anfang Oktober 2020.

Im deutschen Baden-Württemberg hofft Gesundheitsminister Manfred Lucha auf einen „unbeschwerten Sommer“. Man sei zwar noch mitten in der Pandemie, es gebe aber immer mehr Geimpfte. Im Bodenseekreis mit Friedrichshafen, der zum Bundesland gehört, werden überhaupt nur noch 14 bestätigte Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche verzeichnet. Konstanz liegt bei 19. Eine leicht steigende Tendenz gibt es in Lindau, die Inzidenz beträgt hier aber weiterhin lediglich 37.

Grenzüberschreitende Einbrüche

Nicht ganz so schnell wie die Zahlen sinken, reagiert die Politik mit Lockerungsschritten: In Baden-Württemberg dürfen Gastronomiebetriebe seit Montag bis ein Uhr nachts offen halten. Voraussetzung ist, dass sich die Inzidenz im betreffenden Landkreis stabil unter 50 befindet. Auch in Bayern war es laut Ministerpräsident Markus Söder „Zeit für mehr Freiheit“: Sperrstunde ist nicht mehr um 22, sondern um 24 Uhr. Bei einer Inzidenz von weniger als 50 entfällt sogar die Verpflichtung, sich vorher testen zu lassen.

In der Schweiz lässt sich der Bundesrat etwas mehr Zeit mit weiteren Lockerungen. Mit 42 ist die Inzidenz dort höher als in Deutschland (24) und Österreich (28). Überdurchschnittlich sind die Werte in den Kantonen St. Gallen (80) und vor allem Appenzell Innerrhoden (über 200), wo es auf Schulabschlussfeiern und einem Pfadfinderlager zur zahlreichen Ansteckungen gekommen ist. Aber auch hier steigen die Kurven nicht mehr, sondern sinken.