Positiv getestet trotz Impfung

Politik / 18.05.2021 • 08:00 Uhr
Auch wer geimpft ist, kann sich anstecken.<span class="copyright"> APA</span>
Auch wer geimpft ist, kann sich anstecken. APA

Land: 22 entwickelten nach der zweiten Spritze Symptome.

Bregenz Selbst wer geimpft ist, kann sich mit dem Coronavirus infizieren. Daten aus Vorarlberg zeigen, dass 93,4 Prozent von 27.600 Infizierten nicht geimpft waren, 6,6 Prozent schon. Dazu zählen aber prinzipiell auch alle, die nach einer durchgemachten Infektion geimpft worden sind. 0,5 Prozent – umgerechnet wären das rund 140 Menschen – wurden indes mehr als drei Wochen nach der ersten Spritze positiv getestet, 0,16 Prozent oder etwa 45 nach der zweiten. Die Prozentzahlen hat die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES der Corona-Kommission präsentiert. Auch in Tirol und in der Steiermark gab es Erhebungen. Von einem „Impfdurchbruch“ wird nur bei einer Infektion mit Symptomen gesprochen.

Es sei zu früh, um Schlüsse zu ziehen, sagt der Gesundheitsexperte Armin Fidler. Mit Blick auf Daten aus der Steiermark, wo es in einem Pflegeheim zu mehreren Fällen gekommen sei, werde vermutet, dass die Impfstoffzubereitung fehlerhaft war. „Vielleicht gab es ein Problem mit der Kühlung oder der Verdünnung.“ Auch sei eine mögliche Ursache, dass das Immunsystem wegen gewisser Vorerkrankungen nicht reagiere oder Virusvarianten den Schutz schwächen. Aber es gebe auch Impfdurchbrüche. Das sei schon von anderen Krankheiten bekannt. Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher berichtet sogar von 55 Personen in Vorarlberg, die nach der zweiten Impfung positiv getestet worden sind. Die abweichende Zahl vom Wert der AGES hänge wohl mit dem Erhebungszeitraum zusammen. 22 der 55 entwickelten Symptome. Keine Person habe zum Zeitpunkt der Befragung im Spital behandelt werden müssen. „Auch wer geimpft ist, kann sich anstecken und das Virus weitergeben.”

Gesundheitsexperte Fidler berichtet auch von menschlichen Fehlern bei der Impfung.
Gesundheitsexperte Fidler berichtet auch von menschlichen Fehlern bei der Impfung.

Es sei noch zu früh, um wirkliche Schlüsse zu ziehen, sagt der Gesundheitsexperte Armin Fidler, der Mitglied der Ampel-Kommission ist. Mit Blick auf Daten aus der Steiermark, wo es in einem Pflegeheim zu mehreren Fällen gekommen war, werde vermutet, dass die Impfstoffzubereitung fehlerhaft war. „Möglicherweise gab es ein Problem mit der Kühlung oder der Verdünnung.“ Eine andere Ursache sei, dass das Immunsystem mancher Menschen wegen gewisser Vorerkrankungen nicht reagiere oder dass bestimmte Virusvarianten den Impfschutz schwächen können. Der Mediziner betont aber auch: „Es gibt den sogenannten Impfdurchbruch.” Dieser sei auch bei anderen Krankheiten wie Masern oder Hepatitis bekannt.

Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher berichtet sogar von 55 Personen in Vorarlberg, die nach der zweiten Impfung positiv getestet worden sind. Das Land komme auf eine andere Zahl als die AGES, das hänge wohl mit einem etwas längeren Erhebungszeitraum zusammen. 22 der 55 entwickelten Symptome.

Landessanitätsdirektor Grabher appelliert an die Menschen, den zweiten Impftermin unbedingt wahrzunehmen. <span class="copyright">VOL/Mayer</span>
Landessanitätsdirektor Grabher appelliert an die Menschen, den zweiten Impftermin unbedingt wahrzunehmen. VOL/Mayer

Die Zahlen waren für Grabher keine Überraschung. Die Impfstoffe hätten keine hundertprozentige Schutzwirkung. Das sei von den Herstellern auch in den Zulassungsstudien kommuniziert worden. „Auch wer geimpft ist, kann sich anstecken und das Virus weitergeben. Daher ist es auch weiterhin wichtig, Masken zu tragen und die Abstandsregeln einzuhalten.“

Der Landessanitätsdirektor appelliert an die Menschen, den zweiten Impftermin unbedingt wahrzunehmen. Er warnt in diesem Zusammenhang davor, sich durch einen hohen Antikörperwert nach der ersten Impfung in Sicherheit zu wiegen. „Man weiß nicht, wie lange die Antikörper anhalten.“ Dazu fehlten verlässliche Daten. Selbst wer keine Antikörper produziere, könnte unter Umständen geschützt sein – durch sogenannte T-Zellen. „Da gibt es einfach noch sehr viele Fragezeichen.“ Bisher sind in Vorarlberg fast 154.370 Personen einmal gegen Corona geimpft worden. Rund 43.800 sind voll immunisiert.