Internationale Besteuerung großer Konzerne: Liechtenstein sieht kritische Punkte

Politik / 03.05.2021 • 05:00 Uhr
Internationale Besteuerung großer Konzerne: Liechtenstein sieht kritische Punkte
Risch war zuletzt auf Antrittsbesuch bei Blümel und Kurz in Wien. BMF/WENZEL

Regierungschef Risch fordert, Eckpunkte genau zu diskutieren. Blümel zuversichtlich.

Wien Bei der internationalen Besteuerung großer Konzerne, vor allem von Digitalunternehmen, auf die Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hofft, sieht sein Liechtensteiner Amtskollege Daniel Risch insbesondere bei der generellen Steuerharmonisierung kritische Punkte. Man müsse die Eckpunkte genau diskutieren. Schließlich träfe eine solche Steuerangleichung vor allem Unternehmensstandorte wie die Schweiz, Irland, Zypern oder Liechtenstein, meint Risch. Der Finanzminister und Regierungschef war zuletzt auf Antrittsbesuch bei Blümel und Bundeskanzler Sebastian Kurz (beide ÖVP) in Wien. „Wir sind für viele Unternehmen interessant, da wir zwar keine direkten Unterstützungsprogramme bieten, aber mit einer liberalen Wirtschaftspolitik und attraktiven Steuern und Lohnnebenkosten wettbewerbsfähig sind“, sagte Risch nach dem Treffen zu den VN. Das mache Liechtenstein für viele attraktiv. Eine isolierte Erhöhung der Steuern würde das Land also härter treffen als andere.

Blümel ist zuversichtlich, dass es in diesem Sommer zu einer Verständigung auf eine Reform des internationalen Steuerwesens kommen könnte. In den kommenden Wochen werde das Thema mit Toppriorität und mehreren Arbeitsgruppensitzungen bearbeitet werden, sagte Blümel. „Mit der Digitalsteuer sind wir als Österreich eigenständig einen Schritt vorangegangen. Die jüngsten internationalen Aussagen der neuen US-Regierung, aber auch die starke europäische Zustimmung der letzten Tage stimmen mich optimistisch, dass es nun endlich zu einer flächendeckenden und somit für unseren Handel fairen Lösung kommen kann“, sagte Blümel. Die USA hatten sich unter Präsident Joe Biden für einen weltweiten Mindeststeuersatz für Unternehmen ausgesprochen. Auch Deutschland, Frankreich und der Internationale Währungsfonds (IWF) signalisierten Zustimmung. VN-EBI, RAM