Kanzler-Drama

Politik / 19.04.2021 • 23:02 Uhr
Söder argumentiert mit Umfragewerten.
Söder argumentiert mit Umfragewerten.

Söder und Laschet treiben einen tiefen Riss durch die Union.

Berlin Endlich durfte der CDU-Vorsitzende Armin Laschet am Montag über eine geglückte Kanzlerkandidatur sprechen. Allerdings ging es nicht um seine, sondern um die von Grünen-Chefin Annalena Baerbock. Gegen wen sie am Ende kämpfen wird, blieb vorerst offen. Laschet und Markus Söder konnten sich auch am Montag nicht einigen. Laschet kündigte daher eine Schalte des CDU-Bundesvorstandes für die Abendstunden an. Eine Einladung, sich zuzuschalten lehnte Söder ab. Die CDU solle sich alleine darum kümmern. Er werde unterstützen, was der Bundesvorstand beschließe.

Seit über einer Woche liefern sich Laschet und Söder eine zunehmend härter werdende Auseinandersetzung um die Kanzlerfrage. Dabei führte Söder immer wieder seine besseren Umfragewerte ins Feld, aus denen er größere Erfolgsaussichten bei der deutschen Bundestagswahl am 26. September ableitet. Seinen vorläufigen Höhepunkt fand der Machtkampf in der Nacht zum Montag, bei dem keiner der beiden bereit war, auf die Kanzlerkandidatur verzichten.

Die CSU steht fest zu Söder, während die Lage in der CDU diverser ist: Die Parteiführung hatte sich zwar zu Laschet bekannt, aber nicht per formalem Beschluss. Dass Söder danach polterte, brachte viele CDU-Granden gegen ihn auf. Doch an der Parteibasis zeigt sich ein anderes Bild. Viele Unions-Anhänger hätten gern den Umfrage-Liebling als Kandidaten. Auch die Mehrheit der Landesverbände der Jungen Union plädiert für ihn.

Armin Laschet steht maximal unter Druck. Der CDU-Chef will unbedingt Kanzler werden.DPA
Armin Laschet steht maximal unter Druck. Der CDU-Chef will unbedingt Kanzler werden.DPA
Annalena Baerbock geht für die Grünen als Kanzlerkandidatin in die Wahl.DPA
Annalena Baerbock geht für die Grünen als Kanzlerkandidatin in die Wahl.DPA