Keine eigenen AKW, aber doch davon umzingelt

Politik / 11.03.2021 • 08:10 Uhr
Keine eigenen AKW, aber doch davon umzingelt
Das Schweizer Atomkraftwerk Leibstadt befindet sich nur 110 Kilometer von der Vorarlberger Landesgrenze entfernt. REUTERS

Zwölf AKW stehen nahe der österreichischen Grenzen.

bregenz Österreich verzichtet auf Atomkraftwerke. Auch in der Schweiz und Deutschland ist ein Atomausstieg beschlossene Sache. Das ändert allerdings nichts daran, dass viele AKW rund um das Land eingeschaltet bleiben. „Jedes Atomkraftwerk stellt ein Risiko dar. Auch im Normalbetrieb kommt es immer wieder zu kleineren oder größeren Zwischen- und Störfällen“, schreibt dazu die Umweltorganisation Global 2000.

Besonders nahe sind Vorarlberg die AKW der Schweiz: Die Meiler Leibstadt und Beznau im Kanton Aargau sind etwa 110 Kilometer entfernt. Etwas weiter weg befindet sich das AKW Gösgen im Kanton Solothurn, nämlich 130 Kilometer. Eine Mehrheit der Schweizer hatte sich bei einer Volksabstimmung 2017 für den Atomausstieg und eine stärkere Förderung erneuerbarer Energien ausgesprochen. Neue AKW werden in der Schweiz nicht mehr gebaut, die bestehenden aber weiter betrieben, solange die Aufsichtsbehörde sie als sicher einstuft. Als erstes Schweizer AKW ging Mühleberg westlich von Bern Ende 2019 endgültig vom Netz.

Deutschland beschloss den Atomausstieg unter dem Eindruck von Fukushima 2011. Acht AKW mussten im selben Jahr vom Netz. Die übrigen sollten bis spätestens Ende 2022 folgen. In der österreichischen Umgebung gibt es drei laufende Kraftwerke: Neckarwestheim in Baden-Württemberg ist 160 Kilometer von der Grenze entfernt. Es soll bis Ende kommenden Jahres Strom erzeugen, genauso wie Isar in Bayern (70 Kilometer). Das ebenfalls in Bayern gelegene Grundremmingen (100 Kilometer) geht bereits Ende 2021 endgültig vom Netz. Weitere AKW in Grenznähe sind Temelin, Dukovany (Tschechien), Bohunice, Mochovce (Slowakei), Paks (Ungarn) und Krsko (Slowenien). In dieser Woche sorgte die Entscheidung Tschechiens, zwei neue Reaktoren im Dukovany zu gestatten, für Kritik aus Österreich. Auch Mochovce schaffte es wegen möglicher Sicherheitsmängel mehrmals in die Schlagzeilen. Im Regierungsprogramm von Türkis-Grün ist die Rede davon, dass insbesondere die Inbetriebnahme der Reaktoren Mochovce 3 und 4 verhindert werden soll.