Lockdowns beginnen zu wirken

Aufgrund der Virusmutation werden Beschränkungen in der Schweiz jedoch verschärft.
SCHWARZACH Das Infektionsgeschehen hat wieder etwas nachgelassen: In Vorarlberg und Umgebung gab es zuletzt durchwegs Rückgänge. Das spricht dafür, dass die Lockdowns, die überall gelten, wirken. Weil aufgrund der Virusmutation B117 aber neue Gefahren drohen, prescht die Schweiz mit einer Verlängerung der Beschränkungen bis Ende Februar vor.
Rückgang der Infektionszahlen
In Vorarlberg ist die Zahl bestätigter Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche (Inzidenz) in den vergangenen Tagen von 207 auf 138 gesunken. Auf diesem Niveau befand sie sich zuletzt Mitte Oktober. Auch in der Schweiz gab es Rückgänge, im Kanton St. Gallen hat sich die Inzidenz seit Mitte Dezember auf rund 260 halbiert. Am erfreulichsten ist die Entwicklung in Liechtenstein: Das Fürstentum ist im Advent in eine dritte Welle mit einer Inzidenz von bis zu 785 geraten; mittlerweile liegt sie unter 200. Was die Aussichten trübt, ist die Virusmutation B117, die wesentlich ansteckender ist. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) führt alarmierende Zahlen in Irland, aber auch in der Slowakei etwa darauf zurück. Auch in Österreich sind bereits dutzende Verdachtsfälle aufgetaucht. Anschober spricht von insgesamt 70. Eine Konsequenz könnte sein, dass der gegenwärtige Lockdown nicht Ende nächster Woche auslaufen wird, sondern länger andauern wird.

Der Schweizer Bundesrat fixierte bereits gestern eine Verlängerung der Beschränkungen bis Ende Februar. Zusätzlich zu Lokalen sollen auch Geschäfte geschlossen werden, die keine Güter des täglichen Bedarfs anbieten. Außerdem wird es für Erwerbstätige, bei denen das umsetzbar ist, eine Verpflichtung geben, zu Hause zu arbeiten, sowie eine Obergrenze von maximal fünf Personen für private Treffen. Schulen und Skigebiete sollen jedoch offen bleiben. Gesundheitsminister Alain Berset spricht von einer schlechten Nachricht. Anderseits: Zum ersten Mal habe man einen Verlauf, „um uns auf eine Welle vorzubereiten“. So könnte man vermeiden, dass Krankenhäuser wieder an ihre Belastungsgrenze gelangen.