Gewessler schielt bei Verkehrsstrafen in die Schweiz

Politik / 22.10.2020 • 09:00 Uhr
Gewessler schielt bei Verkehrsstrafen in die Schweiz
Für Raser soll es künftig strengere Strafen geben. APA

Verkehrsministerin will schärfer gegen Raser vorgehen.

Wien Es gibt Autofahrer, die mit 114 km/h durchs Ortsgebiet rasen, zum Beispiel Ende August in Rankweil. In so einem Fall droht eine Verwaltungsstrafe von bis zu 2180 Euro. Der Führerschein kann für bis zu zwei Wochen oder bei Wiederholungstätern auch länger entzogen werden. Im Vergleich zur Schweiz sind das gelinde Strafen. Bei 114 km/h im Ortsgebiet wäre dort der Führerschein für mindestens zwei Monate weg und eine Freiheitsstrafe möglich. Oben drauf droht ein Bußgeld von bis zu 540.000 Franken. “Ob es jemals schon so hoch war, weiß ich nicht,” sagt Stefan Siegrist, Direktor der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Schweiz. Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) lud ihn am Mittwoch zu einem Pressegespräch ein. Sie will sich die Schweiz zum Vorbild nehmen. Die strengen Strafen hätten dort Wirkung gezeigt. Siegrist berichtet von rund 20 Schwerverletzten weniger jährlich.

Höchststrafe von 5000 Euro

Gewessler will die Strafen gegen Raser in Österreich verschärfen. Ganz so streng wie in der Schweiz sollen sie aber doch nicht werden. Wie die VN berichteten, möchte die Ministerin die Höchststrafe für extreme Geschwindigkeitsübertretungen von 2180 auf 5000 Euro anheben. Die Mindestdauer der Führerscheinabnahme soll von zwei auf vier Wochen steigen und die Schwelle dafür um je zehn km/h sinken. In besonders gefährlichen Fällen und “wenn man weiß, es hilft nichts anderes mehr”, soll auch eine Beschlagnahmung des Fahrzeugs möglich sein, sagt Gewessler. Die Verhandlungen mit dem Innenministerium und den Ländern laufen, berichtet sie. “Wir wollen bis Jahresende ein zielführendes Paket entwickeln.” Die Strafen in Österreich seien viel zu gering.